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Energie

WWZ erwartet nach Aufwind in der ersten Jahreshälfte Gegenwind

27. August 2021, 08:44 Uhr
Die Wasserwerke Zug AG (WWZ) hat in der ersten Jahreshälfte 2021 vom kühlen Wetter profitiert. Der positive Effekt dürfte jedoch voraussichtlich im zweiten Halbjahr wegfallen.
Die Zugerinnen und Zuger haben im ersten Halbjahr viel geheizt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Der Nettoerlös stieg in den ersten sechs Monaten 2021 nach einer schwachen Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 120,5 Millionen Franken, wie die WWZ am Freitag mitteilte. Das betriebliche Ergebnis erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 17,4 Millionen Franken. Der Konzerngewinn legte nicht zuletzt dank eines hohen Finanzertrages aufgrund gut laufender Kapitalmärkte um fast die Hälfte auf 20,0 Millionen zu.

Im ersten Semester erhöhte sich der Nettoerlös aus dem Stromverkauf um 10 Prozent. Aufgrund der kühlen Witterung legte auch die Nachfrage nach Heizenergie und damit nach Erdgas zu. Infolge der Preissenkungen sei der Nettoerlös aus dem Verkauf von Erdgas mit 17,2 Millionen Franken jedoch knapp unter Vorjahr geblieben, hiess es in der Mitteilung.

Mehr Fernwärme verkauft

Im Segment Telekom konnte die WWZ zwar neue Abonnenten gewinnen, kam jedoch beim Nettoerlös wegen des hohen Preisdruckes nicht vom Fleck. Bei der Fernwärme erhöhte sich der Nettoerlös um 46 Prozent auf 3,3 Millionen Franken. Der Absatz der Fernwärme stieg um 10 Megawattstunden (MWh) auf 28 MWh.

Die WWZ rechnet mit einem schwächeren zweiten Halbjahr. Der Effekt der kühlen Witterung werde voraussichtlich wegfallen, schrieb die Gruppe. Zudem seien die Beschaffungspreise für Strom und Erdgas im Jahresverlauf stark gestiegen, was die Bruttomargen drücken dürfte. Die Abschreibungen und Aufbaukosten der Fernwärme blieben hoch, jedoch stärke WWZ damit ihre Position im Bereich klimafreundlicher Energien weiter.

Ausbau schreitet voran

Beim Ausbau der Fernwärme sieht sich die WWZ auf Kurs. Die Energiezentralen Metalli, Lüssi und Grafenau des Energieverbunds Circulago seien in Betrieb. Circulago nutzt Wärme aus dem Zugersee und versorgt die Stadt Zug und Teile von Baar ZG.

Gebaut wird zudem an einem zweiten Projekt, dem Wärmeverbund Ennetsee. Dieser Verbund wird über eine 6,5 Kilometer lange Leitung Wärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen beziehen und damit Rotkreuz, Hünenberg und Cham versorgen.

Die Wärmeverbunde Circulago und Ennetsee haben ein Investitionsvolumen von über 200 Millionen Franken. Zur Finanzierung des weiteren Ausbaus der Fernwärme plant WWZ die Ausgabe einer kotierten Anleihe von 100 Millionen Franken im Herbst. Die Eigenfinanzierung der Gruppe bleibe auch mit der Anleihe überdurchschnittlich hoch.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. August 2021 09:49
aktualisiert: 27. August 2021 08:44