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Spital Wolhusen

Angebot wird nicht angepasst: Weiterhin Geburtshilfe in Wolhusen

16. Juli 2021, 11:32 Uhr
Die Geburtshilfe im Luzerner Kantonsspital in Wolhusen bleibt bestehen. Auch wenn das Spital neu gebaut wird, soll das Angebot nicht angepasst werden. Ein Gutachten des Unispitals Basel kommt zum Schluss, dass eine Anpassung nicht sinnvoll sei.
Auch im künftigen Neubau des Spital Wolhusen wird eine komplette Geburtshilfe angeboten.
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Ursprünglich stand im Raum, dass die Geburtshilfe am Standort Wolhusen zurückgebaut wird. Es hätten nur noch hebammengeleitete Geburten durchgeführt werden sollen. Sprich Risikoschwangerschaften wären im Voraus auf Luzern oder Sursee umverteilt worden. Es wäre keine Ärztin oder Arzt mehr anwesend gewesen in Wolhusen.

Gegen diese Idee regte sich insbesondere in der Bevölkerung und in den Gemeinden rund um Wolhusen grossen Widerstand. Der Luzerner Regierungsrat versicherte stets, dass die Sicherheit von Mutter und Kind oberste Priorität habe. Und dennoch habe man den Abbau des Angebots geprüft und in Betracht gezogen. Ein Gutachten sollte das zukünftig geplante Leistungsangebot im Neubau in Wolhusen überprüfen und der Frage nachgehen, ob das Angebot mit nur noch hebammengeleiteten Geburten ausreichend sei.

Standort Wolhusen ungeeignet für ausschliesslich hebammengeleitete Geburten

Das unabhängige Gutachten liegt nun vor. Es kommt zum Schluss, dass es aus medizinischer Sicht grundsätzlich zu begrüssen ist, dass auf einem Spitalareal das Angebot einer hebammengeleiteten Geburt für Niedrigrisikoschwangere geschaffen wird. Allerdings sei der Standort in Wolhusen ungeeignet, da nach Abschaffung der Geburtshilfe eine direkte Angliederung an ein Spital vor Ort nicht vorgesehen ist und die Distanzen zu den umliegenden Spitälern deutlich grösser sind. Somit wäre die Sicherheit von Mutter und Kind nicht vollumfänglich gegeben.

Der Luzerner Regierungsrat nimmt das Gutachten zur Kenntnis und wird es entsprechend umsetzten. «In Wolhusen wird alles bleiben, wie es bis anhin ist, auch mit dem Neubau des Spitals», so Guido Graf. «Auch in Zukunft wird 24/7 eine Ärztin oder ein Arzt anwesend sein. Somit wird sich das Angebot bei der Geburtshilfe nicht verändern.»

Der Verein und das Komitee «Pro Spital Wolhusen» zeigen sich erfreut, über das Gutachten. «Das ist ein wichtiger Meilenstein, weil damit die Grundlage für die Erreichung unserer Ziele geschaffen wird», heisst es in einer Mitteilung. Der Verein setzt sich für die Sicherstellung einer umfassenden medizinischen Grundversorgung in den Regionen Entlebuch und Hinterland ein.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. Juli 2021 11:00
aktualisiert: 16. Juli 2021 11:32