Verschmutztes Wasser

Anwohner von Luzerner Stadtteil klagen über Magen-Darm-Beschwerden

Sven Brun, 4. August 2022, 06:18 Uhr
Hahnenwasser nicht trinken! Dies gilt noch immer für rund 3000 Anwohnerinnen und Anwohner in einem Quartier in der Stadt Luzern. Einige leiden nun unter Bauchschmerzen und weiteren Magen-Darm-Beschwerden. Die ewl nimmt Stellung.
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Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Trinken, die Zähne putzen oder Abwaschen direkt mit dem Wasser aus dem Hahnen. Im Normalfall gang und gäbe in der Schweiz. Seit dem vergangenen Wochenende aber nicht mehr möglich im Gebiet Langensand-Matthof. Rund 3000 Anwohnerinnen und Anwohner der Stadt Luzern müssen aufgrund einer bakteriellen Verunreinigung das Wasser abkochen.

Die Meldung kam aber offensichtlich nicht bei allen Betroffenen rechtzeitig an. Lydiane Chastagnol, wohnhaft an der Hirtenhofstrasse, zeigt sich nicht glücklich über die Kommunikation des zuständigen Energieunternehmens ewl. Sie hat erst zwei Tage nach dem Fund der Verunreinigung, durch einen zugeschickten Online-Artikel, davon erfahren. Die aufgehängten Zettel an der Eingangstüre habe sie bis dahin nicht gesehen. «Ich hätte mir eine andere Kommunikationsart gewünscht, dass die Betroffenen direkter kontaktiert werden », sagt sie.

In diesem Gebiet kann das Trinkwasser verunreinigt sein.

Chastagnol hat die Information also erst am vergangenen Sonntag zu Gesicht bekommen. Von der Verunreinigung wusste die ewl aber seit Freitag. «Während dieser Zeit habe ich das Hahnenwasser so wie immer konsumiert», erklärt sie. Folglich hatte sie leichte Bauchschmerzen und fühlte sich unwohl. Seitdem kocht sie es ab oder nützt abgepacktes Wasser.

Mit Krankheits-Symptomen ist sie im Übrigen nicht die Einzige. PilatusToday und Tele 1 hat am Mittwoch bei zig Bewohnern nachgefragt und erfahren, dass viele Betroffene mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen haben. Eine Betroffene sagt: «Ich habe von einigen Weiteren gehört, die erbrechen mussten oder Durchfall hatten.»

PilatusToday und Tele 1 konfrontierten am Mittwoch ewl damit. CEO Patrik Rust antwortet: «Wir empfehlen, sich bei Symptomen in ärztliche Behandlung zu begeben.» Wenn bei dieser Untersuchung festgestellt werden würde, dass das verunreinigte Wasser die Ursache für die Beschwerden sei, werde dies der Lebensmittelkontrolle gemeldet. «Aktuell sind mir dazu aber keine Meldungen bekannt.»

Chatagnol geht es mittlerweile wieder besser. Auch dank sauberem Trinkwasser aus dem Laden. «Ich habe bereits 15 Liter Wasser gekauft», sagt sie. Mehrkosten, die auch das Restaurant Centro Luzern hat. Geschäftsführer Aquilar Jhon muss nun jeweils abends nach dem Feierabend Wasser abkochen, damit dieses über Nacht abkühlen könne. «Mit diesem Wasser koche ich dann oder wasche den Salat.»

Mehraufwand, der entschädigt wird? «Alle juristischen Fragen werden im Nachgang geklärt», betont ewl-CEO Patrik Rust. Man arbeite momentan mit Hochdruck daran, das Problem möglichst rasch zu lösen. Am Freitag wird ewl erneut kommunizieren. Bis sicher dahin sollen sich die Betroffenen an die bestehenden Massnahmen halten.

(bsv)

Sven Brun
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. August 2022 17:31
aktualisiert: 4. August 2022 06:18
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