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Luzern

Bis zu 90 Parkplätze werden zu Gartenbeizen

Urs Schlatter, 14. Mai 2020, 16:53 Uhr
In der Stadt Luzern dürfen Wirte Aussenräume und Parkplätze temporär für Boulevard-Restaurants nutzen. Dies hat das Stadtparlament entschieden. Die flexible Nutzung soll es den Wirten erleichtern, die Corona-Abstandsregeln besser umsetzen zu können.
Die Restaurants brauchen mehr Platz, um trotz Abstandsregeln möglichst viel Kundschaft bedienen zu können.
© zVg

Das Luzerner Stadtparlament unterstützt die Gastronomie und ermöglicht temporär die flexible Nutzung des öffentlichen Raumes. Zwei entsprechende Vorstösse aus den Reihen der CVP und der SP wurden genehmigt. Für die Vergrösserung der Boulevard-Restaurants dürfen die Wirte auf Gesuch hin auch Parkplätze umnutzen und unter bestimmten Rahmenbedingungen dürfen sogar Strassen temporär gesperrt werden.

Dank dieser Lösung können die Restaurant-Betreiber die Abstandsregeln in ihren Boulevard-Restaurants leichter einhalten. Das helfe mit, die Stadt Luzern in Corona-Zeiten attraktiver zu machen, sagte SP-Stadtparlamentarier Simon Roth: «Das ist besser als hunderttausende von Franken in Imagekampagnen zu investieren.»

Bereits sind rund 60 Gesuche eingegangen

Mobilitätsdirektor Adrian Borgula schätzt, dass rund 60 bis 90 öffentliche Parkplätze temporär für Boulevard-Restaurants umgenutzt werden dürften. Angesichts der insgesamt rund 15'000 öffentlichen Parkplätze, die es in der Stadt Luzern gibt, sei dies vertretbar: «Bis gestern Mittwoch sind 55 Gesuche für eine Umnutzung eingegangen.» Man wolle diese unkompliziert behandeln. Borgula schätzt, dass es rund zwei bis vier Tage dauert, bis ein Gesuch behandelt ist.

Der Falkenplatz in der Stadt Luzern: Das Boulevard-Café der Konditorei Heini. 

© PilatusToday

Dass auch Parkplätze umgenutzt werden dürfen, wie dies die SP in ihrem Vorstoss verlangte, stiess auf bürgerlicher Seite auf Kritik. Sonja Döbeli von der FDP: «Unter der Corona-Krise haben nicht nur die Beizer gelitten. Auch das Gewerbe und die Läden haben gerne Kunden. Aber offenbar haben die Restaurants das beste Lobbying.» Und Patrick Zibung von der SVP sprach von einem «Corona-Mäntelchen», welches der ganze Idee übergestülpt werde, um den motorisierten Verkehr einzuschränken. Trotzdem wurde der SP-Vorstoss vollständig überwiesen.

Der Vorstoss der CVP ging weniger weit und wurde teilweise überwiesen. Sollten sich unvorhergesehene Probleme ergeben, können die Bewilligungen auch jederzeit widerrufen werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Mai 2020 17:10
aktualisiert: 14. Mai 2020 16:53