Zu wenig Spender

Blutreserven in der Zentralschweiz sind knapp

18. Januar 2022, 08:10 Uhr
Den Zentralschweizer Spitälern geht das Blut aus. Die Situation ist sogar derart prekär, dass es Blut aus anderen Regionen der Schweiz braucht. Der Blutspendendienst Zentralschweiz hofft jetzt auf die Hilfe aus der Bevölkerung.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele 1

Bei drei Blutgruppen ist der Stand in der Zentralschweiz «bedrohlich tief»: 0+, 0- und A-. Bei den Gruppen A+, AB und B- sind die Reserven auf einem «kritischen Stand», wie die Statistik des Blutvorrats in der Zentralschweiz zeigt. Deshalb ist auch Martin Gamers aus Brunnen beim Spenden: «Ich wurde schon mehrmals angefragt. Ich glaube, meine Blutgruppe ist eher knapp.» Gamers hat bereits mehrmals Blut gespendet, für ihn sei dies ein Dienst an die Gesellschaft.

Ein Grund für die knappen Blutbeständen: Corona. «Es gibt hohe Infektionszahlen, viele Personen sind in Quarantäne, daher fehlen uns auch Blutspender», sagt Claus Werle, Leiter Blutspendemanagement BSD Zentralschweiz.

Schwule fühlen sich diskriminiert

Ein zusätzlicher Punkt sind wohl die hohen Anforderungen an die Spendenden. So darf man bei einem frischen Tattoo oder Piercing mindestens vier Monate lang nicht spenden. Oder als Homosexueller darf man während 12 Monaten kein Geschlechtsverkehr gehabt haben. Dass man als Schwuler so lange enthaltsam sein muss, ist für Christian Sprenger, Vorstandsmitglied beim Queer Office Luzern, unverhältnismässig. «Das Problem ist die fehlende Gleichstellung. Es gibt viele Dinge, die von Schwulen gefordert werden und von Heterosexuellen nicht.»

Blutspende Schweiz betont, dass die Auflagen nichts mit Diskriminierung zu tun hätten. Es seien reine Vorsichtsmassnahmen. Man prüfe aktuell mit Experten, ob die Wartezeit von 12 Monaten für homosexuelle Männer verkürzt werden kann.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele1

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. Januar 2022 08:11
aktualisiert: 18. Januar 2022 08:11
Anzeige