Kleinanzeigen-Portale

Danach suchen die Zentralschweizer in der Corona-Krise

Marcel Jambé, 6. August 2020, 14:15 Uhr
Während der Corona-Zeit verzeichnen Schweizer Online-Marktplattformen Rekordzahlen: Bei Ricardo beispielsweise haben sich die Verkäufe verdoppelt. Welche Artikel wohl in der Zentralschweiz besonders beliebt waren?

Auf der Auktionsplattform von Ricardo greifen in der Zentralschweiz laut Roman Hess von der TX Group saisonale Trends. Konkret sind damit Gartenartikel gemeint, aber auch Haushaltsartikel und Kleidung wurden gut verkauft.

Die Luzerner und Nidwaldner waren während der Corona-Zeit überdurchschnittliche Sammler. Sie waren in der generellen Sammlerkategorie und besonders auch bei den Briefmarken aktiv. Zudem trieben die Nidwaldner, aber auch die Obwaldner vermutlich gerne Sport, denn die Kategorie Sport wurde oft besucht. Bei den Schwyzer und Zuger war die Kategorie Handwerk und Garten sehr beliebt.

Globi in Urkantonen und Louis Vuitton in Zug im Trend

Anders sieht es auf dem Kleinanzeigenportal Tutti aus. «Unsere Nutzer in der Zentralschweiz suchen allgemein am meisten nach ‹Gratis›, ‹Sofa›, ‹Vespa›, ‹Bett›, ‹Mofa› und ‹E-Bike›», erklärt Patrizia Negri, Digital Content Manager von tutti.ch. In den Kantonen Nid- und Obwalden sowie Schwyz ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren vor allem die Nachfrage nach «Globi» bzw. «Globibücher» zwischen April und Juli gestiegen. Im Kanton Luzern waren Suchbegriffe rund um das Velo und Mofa gefragt.

In Schwyz hat sich die Suche nach dem Begriff «Trettraktor» um über 7’000 Prozent erhöht. «Die effektiven Zahlen der Suchanfragen bei diesem Begriff sind relativ niedrig, was bereits bei einem kleinen Anstieg prozentual eine sehr hohe Zahl ergibt», erklärt Patrizia Negri. Im Kanton Zug wurde in der Corona-Zeit oft nach dem Luxus-Modelabel Louis Vuitton gesucht – in der Grafik als «Vuitton» und «LV» als Suchbegriff erwähnt.

Grosser Beliebtheit erfreuen sich laut Negri in den letzten Monaten die Kategorien Spielzeuge & Basteln, Sport & Outdoor, Garten & Handwerk und Computer & Accessoires. «Einerseits gehen wir davon aus, dass die Leute im Lockdown die Zeit zu Hause genutzt haben, mal wieder gründlich auszumisten.» Ausserdem waren Online-Marktplätze gerade in dieser besonderen Zeit für viele Menschen eine gute Möglichkeit, Dinge zu kaufen, die ihnen das Zuhausesein erleichterten. Auch, dass viele Schweizer ihre Sommerferien zu Hause verbringen, sei ein Faktor.

Hohe Zugriffszahlen für Online-Marktplattformen

Online-Marktplattformen boomen regelrecht in der Corona-Zeit. Auf Ricardo sind in den Monaten April und Mai die monatlichen Besucherzahlen um rund 20 Prozent gestiegen und die Verkäufe verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr. Dies erklärt Simon Marquard, Digital Communications Manager bei TX Markets. Er hat den Überblick über die Zahlen der Website ricardo.ch. Und diese sprengen Rekorde.

Dasselbe erlebt auch tutti.ch: «In der Zeit des Lockdowns verzeichneten wir seit Gründung unseres Online-Marktplatzes viermal in Folge Nutzer-Rekordtage», sagt Alexandra Müller, Online Marketing Managerin von tutti.ch. Das Schweizer Kleinanzeigenportal habe einen erhöhten Traffic sowie 50 Prozent mehr Kontaktanfragen. Anfangs Lockdown habe es zuerst einen leichten Rückgang in den Nutzerzahlen gegeben, jedoch stieg die Besucherzahl ab Mitte März überdurchschnittlich an.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. August 2020 09:57
aktualisiert: 6. August 2020 14:15