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Pflanzenbranche profitiert

Dank Corona im Trend – Wohnungen werden grüner

4. November 2020, 19:08 Uhr
Viele Blumenhändler hatten trotz Corona alle Hände voll zu tun.
© KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Den Schweizer Pflanzenproduzenten und -verkäufern geht es viel besser, als noch im Frühling erwartet. Manche sprechen sogar von besseren Umsätzen als im Vorjahr.

Es waren keine schönen Bilder, die im Frühling um die Welt gingen: Tonnenweise wurden Blumen und andere Pflanzen weggeworfen oder kompostiert. Wegen des Lockdowns waren die Läden geschlossen. Die verderbliche Ware konnte nicht verkauft werden.

Jetzt zeigt sich: Auch Dank Corona hat sich die Pflanzenbranche vom Lockdown erholt. Teilweise steht sie sogar besser da als vor der Pandemie. Das bestätigen gegenüber PilatusToday und Tele 1 mehrere Zentralschweizer Betriebe.

Umsatzplus im ersten Halbjahr

Eine interne, repräsentative Umfrage des Brachenverbandes Jardinsuisse, bei der 123 Betriebe geantwortet haben, zeigt ein eindrückliches Resultat. 43 Prozent der befragten Betriebe haben im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von mindestens 5 Prozent oder mehr erzielt, 28 Prozent etwa gleich viel oder bis 5 Prozent mehr. 71 Prozent der Betriebe geht es gleich gut oder besser trotz Corona. Oder eben: Dank Corona. Denn als Grund wird die hohe Nachfrage nach Pflanzen genannt. Wegen des Virus seien viele Leute mehr zu Hause und würden daher ihre vier Wände verschönern.

Auch Zentralschweizer Betriebe spüren den Trend

«Schnittblumen und Topfpflanzen sind derzeit extrem gefragt», sagt etwa Irene Müller, stellvertretende Geschäftsführerin von Blumen Ley in Luzern. Dass wieder mehr Menschen im Homeoffice arbeiten sei für sie spürbar. «Blumen bringen Farbe, Lebensfreude und ein gutes Wohnklima in die eigenen vier Wände.»

Im Homeoffice verhelfen Pflanzen zu einem besseren Wohnklima.

© iStock / M_a_y_a

Auch Beat Wicki, Inhaber vom Blumen Galliker in Emmenbrücke, bestätigt die Resultate der Umfrage. Wicki vermutet den Grund für die guten Umsätzen auch im veränderten Freizeitverhalten der Menschen. «Durch den Sommer konnte man fast nur die eigenen Freunde in deren Wohnungen besuchen. Da kommt man nicht mit leeren Händen», so Wicki. Die Besuche bei Freunden dürften nun wieder weniger werden. Doch spürt Wicki bereits die nahenden Festtage. So sind Weihnachtssterne- und deko bereits jetzt Verkaufsschlager.

Nicht alles war rosig

Für die Blumenhändler hat die Corona-Medaille zwei Seiten. Neben guten Umsätzen in den Läden, stehen auch viele abgesagte Veranstaltungen. «Wir hatten spürbar weniger Dekorationsaufträge für Hochzeiten, Trauerfeiern und Generalversammlungen», so Irene Müller. Anstelle einer aufwändigen Hochzeitsdekoration gab es nur noch einen Brautstrauss.

Blumen als Alternative zum Besuch beim Grossmami

Besonders der Frühling war für die Blumenhändler sehr intensiv. Zunächst die Sorgen wegen den geschlossenen Geschäften und danach wurde man von Bestellungen überrannt. Der Blumenstrauss gewann sogar an Bedeutung. «Da keine Besucher in Altersheime durften, konnten wir viele Blumen als eine Grussbotschaft an das Grossmami liefern», erklärt Wicki.

In diesem Jahr wurden besonders viele Blumen in Altersheime geliefert.

© KEYSTONE / URS FLUEELER

Wird das Corona-Jahr nun zum Blumen-Rekordjahr? «Für ein endgültiges Fazit ist es noch zu früh», sagt Irene Müller. Doch schaut sie zuversichtlich dem Jahresabschluss entgegen. Etwas konkreter wird Beat Wicki. «Ich rechne mit einem besseren Abschluss als im Vorjahr.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. November 2020 19:10
aktualisiert: 4. November 2020 19:08