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75 Jahre

Das Luzerner Kinderheim Titlisblick räumt mit Vorurteilen auf

25. August 2021, 11:59 Uhr
Schäbige Zimmer, verwahrloste Kinder und Bestrafungen, die weit über das normale Schimpfen rausgingen. Wer an ein Kinderheim denkt, hat häufig noch Bilder von früher im Kopf. Ganz anders heute im Kinderheim Titlisblick in Luzern. Seit 75 Jahren werden dort Kleinkinder ab dem Babyalter aufgenommen.
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Quelle: Tele 1

Der 13-Jährige Tslil ist ein ehemaliges Heimkind und lebte im Haus Titlisblick. Er hatte einen schweren Start ins Leben. Das Kinderheim konnte ihm für eine gewisse Zeit ein Zuhause bieten. «Ich kam hierhin, weil meine Grossmutter nicht mehr zu mir schauen konnte, mein Vater in Israel wohnte und meine Mutter tot ist», erzählt Tslil.

Kinderheime haben in der Gesellschaft noch immer einen schlechten Ruf. Dies kann der 13-Jährige nicht verstehen. Er habe im Heim Titlisblick Geborgenheit gefunden. «Das Kinderheim ist nicht böse, wie früher. Ich war sehr gut aufgehoben.»

Die Kinder, die im Heim wohnen, kommen aus schwierigen Familienverhältnissen, sagt Heimleiterin Judith Haas.

Deshalb sei der Kinderschutz dem Heim Titlisblick sehr wichtig. Zudem sollen die Kinder die Möglichkeit erhalten, sich zu entwickeln und wieder Vertrauen zu gewinnen. Auch die Beziehung zu den Eltern, falls diese vorhanden sind, soll gestärkt werden.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. August 2021 11:59
aktualisiert: 25. August 2021 11:59