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Badis

«Die kommende Saison wird eine grosse Herausforderung»

Robert Steinegger, 19. Mai 2020, 14:51 Uhr
Strandurlaub in Italien, Spanien oder gar auf Hawaii: Für die meisten fallen solche Ferien für dieses Jahr wohl aus. Dafür dürfte der Ansturm auf See- und Freiluftbadis in der Region deutlich grösser sein. Angst vor chaotischen Zustände haben die Verantwortlichen zwar keine – Fragen gibt es aber noch viele.
Wie wird wohl die diesjährige Sommersaison in den Badis aussehen?
© InfoLuzern

Aktuell beträgt die Wassertemperatur im Vierwaldstättersee erst 13 Grad, Freibäder und Strände an Zentralschweizer Seen sind teilweise gesperrt. Doch je länger je klarer zeichnet sich ab, dass auch hier die Beschränkungen demnächst gelockert werden und es in den Sommermonaten zu einem grossen Andrang kommen könnte. Badetuch an Badetuch, überfüllte Strände und Seen – vor solchen Szenarien haben die Verantwortlichen in der Region aber keine grosse Angst, wie eine Umfrage von PilatusToday zeigt.

Da es in der Zentralschweiz viele verschiedene Badis und Plätze gibt, sieht die Zuger Stadträtin Vroni Straub darin kein Problem: «Wir haben keine Angst vor einem Ansturm. Denn am Zugersee gibt es genügend Plätze, auf welche sich die Bevölkerung verteilen kann».

 Viele offene Fragen 

Trotzdem herrscht bei einigen der öffentlichen Seebäder in der Region grosse Ungewissheit. So sagt zum Beispiel Marcel Wisler, Geschäftsführer des Lidos in Luzern: «Die kommende Saison wird für uns eine grosse Herausforderung. Nicht nur, weil die Nachfrage gross sein wird, sondern weil noch unklar ist, wie Abstandsregeln oder die Besucherbegrenzung umgesetzt werden sollen.»

Badis appelieren an die Bevölkerung

Da sei aber auch die Mithilfe der Gäste gefragt. Um mögliche Abstandsregeln einzuhalten, sollen alle aufeinander Rücksicht nehmen, sagt denn auch Jenö Horvath, Pächter des Seebads Hopfräben in Brunnen. «Die jetzigen Vorschriften umzusetzen wäre sehr aufwendig für uns. Ich zähle auf die Selbstverantwortung unserer Gäste».

Mehr Besucher würden auch mehr Bademeister erfordern. Diese Sicherheit könne man aber nicht gewährleisten, so Horvath weiter. Die Gäste des Seebads werden aber – wie auch an anderen Orten in der Schweiz – wohl gebeten, nur eine beschränkte Zeit von zwei bis drei Stunden in der Badi zu verbringen. Dies aufgrund der knappen Platzbedingungen.

Viele warten Bundesratsentscheid ab

Um diese Situation meistern zu können, sind nun Ideen gefragt. «Wir werden die öffentlichen Plätze auf die höhere Besucherzahl anpassen», heisst es zum Beispiel von der Gemeinde Vitznau bezüglich dem alten Strandbad. Was dabei genau gemacht werden kann und soll, ist jedoch noch nicht klar.

Die meisten Gemeinden und Verantwortlichen von Freiluft- und Seebadis warten nun mal den nächsten Entscheid des Bundesrates am 27. Mai ab. Dann soll über weitere Lockerungsschritte informiert werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Mai 2020 14:51
aktualisiert: 19. Mai 2020 14:51