Zentralschweiz

Die meisten Badis bleiben vorerst geschlossen

10. Mai 2020, 10:34 Uhr
Ab Montag dürfen Hallenbäder in der Schweiz wieder öffnen. Theoretisch. Doch viele Frei- und Hallenbäder bleiben wegen den strengen und teils noch unklaren Auflagen bis mindestens am 8. Juni geschlossen. So auch in der Zentralschweiz.
Das Hallenbad Allmend in Luzern bleibt vorerst geschlossen.

Ursprünglich wollte das Hallenbad Allmend in der Stadt Luzern seine Türen am Montag öffnen. Jedoch bleiben sie nun doch vorläufig zu. Grund ist die Aktualisierung des Schutzkonzeptes des Verbandes der Hallen- und Freibäder Schweiz. Laut deren Konzept dürfen lediglich 20 Personen im Hallenbad Allmend trainieren. «Aus betriebswirtschaftlichen Gründen ist das nicht tragbar», heisst es auf der Webseite des Hallenbads.

Reto Mattmann, Geschäftsführer der Hallenbad Allmend AG sieht allerdings keine Alternative, als am 8. Juni zu öffnen. Die Luzerner Badis und das Hallenbad verzeichneten an einem schönen Tag ungefähr 20'000 Besucher. «Diese bleiben nicht einfach zu Hause, wenn die Badis geschlossen sind», so Mattmann. Er befürchtet, dass die Leute dann irgendwo baden gehen, ohne Aufsicht durch einen Bademeister. «Wer kontrolliert da den Abstand? Wer schaut für die Sicherheit? Zudem gibt es da weder Duschen noch sanitäre Einrichtungen.» Deshalb ist für Mattmann klar: «Ob defizitär oder nicht, wir werden und müssen im Sommer öffnen. Die Frage ist nur noch, in welcher Form.»

Krienser Bäder bleiben vorerst geschlossen

Die Umsetzung der 2-Meter-Abstand-Regel ist auch für den Betrieb eines Hallenbads nicht einfach. Umkleidekabinen sowie Duschräume müssten teilweise abgesperrt werden. Den Betrieb aufzunehmen, ist für das Hallen- und Parkbad Kriens daher keine Option.

«Das Hallenbad und das Parkbad Kriens bleiben geschlossen, bis klar ist, unter welchen Voraussetzungen die Badeanstalten allenfalls beim nächsten Lockerungsschritt am 8. Juni. wieder ganz oder teilweise öffnen dürfen», sagt Benedikt Anderes, Medienbeauftragter der Stadt Kriens.

Falls der Bund strenge Auflagen verlangt, wäre sogar ein Betrieb während der Sommersaison in Gefahr, erklärt Anderes.

Baldegg setzt auf Vernunft der Badigäste

Anders sieht es im Seebad Baldegg aus. Unter Einhaltung der Vorgaben des Bundes werde das Seebad seinen Betrieb aufnehmen. Jedoch nur eingeschränkt, so Peter Isenegger, Leiter Gastronomie. Während der See zugänglich ist, bleiben die Schwimmbecken geschlossen. «Sünnele» in den Badis ist laut dem Bund nicht erlaubt.

In Baldegg appelliert man diesbezüglich an die Vernunft der Leute. Zusätzlich Kontrollen sind nämlich nicht vorgesehen. Allerdings: Komme es zu Problemen, könne die Liegewiese abgesperrt werden, so Isenegger. Auch die Grillstellen sind geöffnet – allerdings mit den gleichen Vorgaben.

Das Restaurant der Badi ist geöffnet, so Isenegger. Kulant zeigen sich die Betreiber hinsichtlich des Eintrittes: Vorerst sei der Zugang kostenlos.

Stansstad: Öffnung erst am 8. Juni

Im Strandbad Stansstad in Nidwalden laufen die Vorbereitung für eine Öffnung, jedoch erst für den 8. Juni, wie Lukas Liem, Geschäftsführer und Gemeindeschreiber auf Anfrage erklärt. Die Restsaison sieht Liem aufgrund der grossen Liegewiese nicht gefährdet.

Baar: Vereine und Schulen brauchen Schutzkonzept

Bereits am Montag öffnet das Schwimmbad Lättich in Baar, jedoch nur für Schwimmvereine und den Schwimmunterricht der Volksschulen. Voraussetzung für die Benutzung ist ein Schutzkonzept, das von den Vereinen und Schulen vorgelegt werden muss.

Im Kanton Zug will man die Situation in allen Badis gleich handhaben. Dies hätten sie gemeinsam so beschlossen, sagt Sonja Zeberg, Vizegemeindepräsidentin Baar. Die Ausnahme bildet einzig das Strandbad Unterägeri. Das wird vorläufig nicht öffnen.

Quelle: Tele1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Mai 2020 15:50
aktualisiert: 10. Mai 2020 10:34
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