Hohe Benzinpreise

«Drei Franken pro Liter sind denkbar»

Andreas Wolf, 10. März 2022, 08:32 Uhr
Um das Auto komplett vollzutanken, muss man mittlerweile ordentlich Geld in die Hand nehmen. An vielen Tankstellen in der Schweiz kostet der Liter Benzin bereits mehr als 2,20 Franken. Eine Obergrenze ist derweil nicht in Sicht.
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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Mit dem Krieg in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland steigt der Rohölpreis rasant an. Das spürt man im Endeffekt auch an den Zapfsäulen in der Schweiz. Zwischenzeitlich kostete ein Fass der Öl-Sorte Brent fast 140 Dollar.

Ob man nun 10 Rappen mehr oder weniger pro Liter bezahlen muss, hört sich im ersten Moment nicht nach viel an. Roger Bannwart vom Treibstofflieferanten Macro Swiss Energy mit Sitz in Rothenburg zeigt aber auf, wie sehr der Preis aktuell schwankt. «Wenn ein Kunde bei uns am Morgen um 10 Uhr einen Lastwagen voll Diesel kauft, dann ist dieser um 10:30 Uhr bereits zwischen 3'000 und 4'000 Franken teurer.»

Ein Ende des Preisanstiegs in naher Zukunft sieht Bannwart aktuell nicht. «Ein Deckel nach oben ist nicht absehbar. Ein Preis von drei Franken pro Liter ist denkbar.» Insbesondere, wenn die Situation in der Ukraine weiter eskaliere und sich das Problem von einem Treibstoff-Problem zu einem generellen Energie-Problem entwickle. Die Ölbranche reagiere allerdings sehr schnell auf Veränderungen. So könnten gute Nachrichten aus dem Osten die Benzinpreise auch schnell wieder senken.

Das sagen Autofahrerinnen und Autofahrer in der Zentralschweiz zu den hohen Spritpreisen

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Quelle: PilatusToday/David Migliazza

Teuerung im Transportsektor überschaubar

Wer also ein Auto volltanken will, muss tief ins Portemonnaie greifen. Umso teurer wird es, wenn es sich nicht um ein Auto, sondern um einen Lastwagen handelt. Auch das Zentralschweizer Transportunternehmen Galliker spürt die ansteigenden Spritpreise.

«Unsere Lastwagen brauchen rund 60'000 Liter Diesel am Tag», erklärt der Verwaltungsratspräsident Rolf Galliker. Die zusätzlichen Kosten trägt das Unternehmen aber nicht alleine. «Mit dem sogenannten Dieselfloater wirkt sich der Dieselpreis auf die Transportkosten aus» so Galliker. Konkret heisst das: Je teurer der Sprit, desto teurer der Auftrag für den Kunden. Die Teuerung sei aber überschaubarer. Aktuell liege der Treibstoffzuschlag bei den Rechnungen von Galliker lediglich bei 2%. «Wenn der Dieselpreis nächstens über die zwei Franken Marke steigt, dann wird das nochmals um ein weiteres Prozent zunehmen.»

Angst davor, dass der Treibstoff bald ausgehen könnte, hat Rolf Galliker nicht. «Man spricht noch nicht davon. Wenn es aber tatsächlich knapp wird, könnte der Bund auf eine Reserve zurückgreifen.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. März 2022 16:36
aktualisiert: 10. März 2022 08:32
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