Vermisstes Kind

«Es war ein riesiger Albtraum»

22. Juli 2020, 09:59 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Vom 4-jährigen Any fehlt seit bald einem Monat jede Spur. Er und sein Vater verschwanden am Morgen des 27. Juni aus Steinhausen. Wie es für eine Mutter ist, wenn ihr Kind nicht mehr nach Hause kommt, weiss Beatrix Smit. Sie hat vor Jahren Ähnliches durchgemacht.

Beatrix Smit weiss wie es ist, wenn das eigene Kind plötzlich weg ist. Ihr Ex-Mann brachte ihren damals zweieinhalbjährigen Sohn 1981 von Luzern nach Indien. Er kam von einem Besuchswochenende nicht mehr zurück.

Mit PilatusToday spricht Beatrix Smit darüber, was im Moment die Mutter des 4-jährigen Any durchmachen muss. Der Junge verschwand gemeinsam mit seinem Vater Ende Juni 2020 in Steinhausen (wir berichteten). Ebenfalls nach einem Besuchswochenende. Seither fehlt von den Beiden jede Spur.

«Am liebsten würde ich hingehen und helfen»

Die Geschichte aus Steinhausen macht Beatrix Smit sehr betroffen. «Es tut mir so leid. Ich kann diesen Horror so gut nachfühlen.» Für sie selber sei es damals ein «riesiger Albtraum» gewesen, wie die gebürtige Luzernerin im Interview erklärt. «Ich wusste, dass es ganz schwierig werden würde, meinen Sohn überhaupt je wieder zu sehen.» Sie habe befürchtet, dass sie ihn nie wieder zu Gesicht bekommen würde.

Das ganze Umfeld, die Familie und Freunde würden darunter leiden, es sei für alle eine einzige Katastrophe.

Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 100 Kinder von den eigenen Eltern entführt, wie der Internationale Sozialdienst Schweiz gegenüber PilatusToday und Tele 1 sagt. «Am liebsten würde ich hingehen und helfen, wenn ich von solchen Fällen höre», sagt Beatrix Smit. Die Situation sei so hoffnungslos. Und gerade in asiatischen Ländern könnten Menschen einfach verschwinden. Auch die Behörden könnten nur begrenzt helfen, wenn die Fälle ins Ausland führen.

«Ich konnte nicht zu Hause sitzen und nichts tun»

Um ihren eigenen Sohn wiederzufinden, hat Beatrix Smit alles unternommen. «Ich konnte nicht zu Hause sitzen und mich hintersinnen und nichts tun», sagt die 68-Jährige. Sie habe bei allen Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen angerufen, um ihren Fall bekannt zu machen. Zudem hat sie eine Mahnwache in Luzern veranstaltet. Ob es ihr geholfen hat, ihren Sohn zurückzubekommen, kann sie nicht sagen. «Aber es hat mir gut getan.» Im Sommer 1983 konnte Beatrix Smit ihren Sohn Simon zurückholen. Mehr über Beatrix Smits Geschichte erfahrt ihr hier oder in unserem Video:

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Quelle: PilatusToday

*Über die Geschichte von Beatrix Smit und ihren Sohn Simon hat der Zentralschweizer Autor Kari Kälin ein Buch geschrieben. Es heisst «Nicht ohne Simon» und ist im Buchhandel erhältlich.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Juli 2020 18:34
aktualisiert: 22. Juli 2020 09:59