1. August

Höhenfeuer – eine Tradition mit Ursprung in der alten Eidgenossenschaft

1. August 2022, 16:21 Uhr
Verschiedenste Arten von Feuer gehören am Schweizer Bundestag zur festen Tradition. So auch das Höhenfeuer. Wo genau der Ursprung der Tradition liegt, ist nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Tradition ihren Ursprung im Zeitraum der alten Eidgenossenschaft hat. Da erfüllte das Feuer einen ganz anderen Zweck als heute.
Höhenfeuer in der Zentralschweiz: Woher kommt die Tradition?
© KEYSTONE/Urs Flueeler

In der Schweiz sind Höhenfeuer – gemeinsam mit Feuerwerken – unverzichtbare Traditionen am 1. August. Die Höhenfeuer leuchten an vielen Berghängen und sind auch aus weiter Entfernung zu bestaunen. Die riesigen Holzhaufen werden angezündet und gedenken der Gründung der Eidgenossenschaft von 1291. Heute eine gefeierte Tradition, für die Leute früher ein Moment des Schreckens.

Hochwachtfeuer als einfachste Form des Nachrichtendiensts

Die traditionellen Höhenfeuer stammen wohl von den sogenannten Hochwachtenfeuern ab. Die Hochwachtenfeuer dienten weltweit vom Altertum, durch das Mittelalter, bis in die Neuzeit als hör- und sichtbare Signale, um wichtige Meldungen schnellstmöglich auf weite Entfernungen zu verbreiten, schreibt der Autor Peter Xaver Weber 1918 in der Zeitschrift «Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz». Auch in der alten Eidgenossenschaft erfüllten die sogenannten Hochwachtfeuer die Aufgabe zur Mahnung.

Mittel zur Mobilmachung

Solch wichtige Mitteilungen sind beispielsweise Infos zu Schlachten oder Krieg. Um die Eidgenössischen Soldaten auf Angriffe vorzubereiten, zündeten Wächter Feuer auf Berggipfel oder an markanten Stellen. Jeder dieser Hochwachten hatte Sicht auf mindestens zwei weitere Wachten. Das Feuerzeichen wurde so von Wache zu Wache weitergegeben. Die ersten fünf Hochwachten in Luzern waren auf dem Rathausturm, Luoginsland, Sentirain, in Ruswil und Wikon.

Der alte Wachtturm Luoginsland (Musegg, Luzern)

© Die Hochwachten in der Schweiz/Frachebourg, C.

Die grösste Entfernung im Gebiet Luzern betrug 34 Kilometer und war die Strecke von Luzern nach Wikon. Die Alarmierung konnte somit in spätestens eineinhalb Stunden im ganzen Gebiet weitergegeben werden, so Weber.

Die Taktik mit den Hochwachten war ein Erfolg. Die Luzerner verlegten immer mehr Wachtfeuer in Richtung Hinterland. Dies nicht nur, um die Landesgrenzen zu sichern, sondern auch angesichts der Religionsspaltung innerhalb der alten Eidgenossenschaft. So konnten die katholischen Luzerner Angriffe der reformierten Berner erkennen und weiterleiten. «Im Luzerner Gebiet nutzte man die Hochwachten zum letzten Mal im Jahre 1847», schliesst Peter Xaver Weber ab.

Höhenfeuer in der Zentralschweiz

In der Schweiz wird das Feuer heute glücklicherweise nur noch traditionsgemäss angezündet. Zum Nationalfeiertag der Schweiz sind die Höhenfeuer in mehreren Zentralschweizer Kantonen zu sehen. Dies im Gedenken an die Gründung des Landes und wohl auch als Anlass des Beisammenseins.

Stand heute sind Höhenfeuer auf der Rigi, dem Stanserhorn, dem Stoos und auf der Klewenalp geplant. Dies jedoch nur, wenn die Natur es erlaubt. So muss der Kanton Uri aufgrund der andauernden Trockenheit schon definitiv auf Höhenfeuer verzichten.

Weisst du von weiteren Höhenfeuern? Schreib es uns in die Kommentare!

(msh)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 1. August 2022 16:21
aktualisiert: 1. August 2022 16:21
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