Beckenried

Hunderte Krebse verenden in Beckenried an Krebspest

Martina Odermatt, 18. Juni 2020, 10:33 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Ende Mai lagen hunderte tote Krebse entlang des Seeufers zwischen Buochs und Beckenried. Nun zeigt ein Bericht: Die Tiere sind an der Krebspest gestorben. Um die Situation in den Griff zu bekommen, sind jetzt vor allem Gäste gefragt.

Es ist das erste Mal, dass in Beckenried und Buochs die Krebspest grassiert. Hunderte tote Tiere sind Ende Mai am Ufer der beiden Nidwaldner Seegemeinden gelegen. Die Analyse einer Probe des Zentrums für Fisch und Wildtiermedizin gab dann Gewissheit: Es ist die Krebspest.

Die Krebspest ist eine bei einheimischen Flusskrebsarten zumeist tödlich verlaufende Erkrankung. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Der Erreger der Seuche gehört zu den Eipilzen. Zur Fortpflanzung werden Sporen gebildet, die sich frei im Wasser bewegen und einen neuen Wirt suchen.

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Quelle: PilatusToday

Bei einem positiven Befund wird der See häufig gesperrt. «Doch bei der Grösse des Vierwaldstättersees ist eine Teilsperrung nicht umsetzbar und kontrollierbar», sagt Fabian Bieri, Amtsvorsteher Jagd und Fischerei in Nidwalden. Der Entscheid, den See nicht zu sperren sei in Absprache mit dem Veterinärdienst der Urkantone gefallen, so Bieri. Die Strömungen im See könnten die Pilzsporen auf den ganzen See weiterverbreiten.

Böötli, Fischerei-Geräte und Boards gut trocknen

Deshalb setzt man nun auf die Bevölkerung. «Es ist wichtig, dass die Leute ihre Gerätschaften desinfizieren oder sehr gut putzen, bevor sie mit dem Wasser in Kontakt kommen.» Die Böötli, Stand-Up-Paddles, Anglergerätschaften und Boards sollen danach gut trockengerieben oder mindestens 24 Stunden an der Sonne getrocknet werden. Ansonsten ist der See für Badegäste aber weiterhin offen.

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Quelle: PilatusToday

Mit diesen Massnahmen stelle man sicher, dass die Sporen nicht wieder ins Wasser getragen werden. Gemäss Bieri ist zudem auch wichtig: «Keine Krebse aus dem See nehmen und sie in andere Gewässer bringen, in der Hoffnung, dass sie dann überleben. So trägt man die giftigen Sporen weiter.» Diese können bis zu 14 Tage im Wasser überleben.

Krebspest kann durch Gerät eingeschleppt worden sein

Was die Ursache für die Krebspest ist, kann Bieri nicht sagen. «Es hatte im Mai viele Bädeler im See. Es kann gut sein, dass die Krebspest durch ein Gerät eingeschleppt worden ist.» Weiterer Träger könnte der amerikanische Flusskrebs sein. Doch diesen gibt es laut Bieri im Vierwaldstättersee nicht.

Bislang sind Beckenried und Buochs die einzigen Seegemeinden, die mit der Krebspest kämpfen. Die Nachbarkantone, welche Seeanstoss haben, wurden informiert.

Auch in anderen Zentralschweizer Seen wurde die Krebspest bereits festgestellt. 2016 sind tausende Krebse im Sempachersee verendet, 2014 waren ebenso viele im Mauensee an der Krebspest gestorben. Diese Seen wurden für fünf Jahre zur Sperrzone erklärt.

(mao)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Juni 2020 16:49
aktualisiert: 18. Juni 2020 10:33