Alte Berufe

«Kaminfegerin war schon immer mein Traumberuf»

22. März 2022, 19:12 Uhr
Schwarz gekleidet, einen Zylinder auf dem Kopf und das Gesicht schwarz wegen des ganzen Russes. So kennt man die Kaminfeger von früher. In unserer Serie über alte Berufe begleiten wir Deborah Cina, eine 19-jährige Kaminfegerin aus Leidenschaft.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Tanzend sieht man sie auf dem Dach, in der Hand eine Bürste. So kennt man die Kaminfeger aus dem Film Mary Poppins. Für Deborah Cina waren diese die grosse Inspiration: «Kaminfegerin war schon immer mein Traumberuf. Im Film Mary Poppins tanzen die Kaminfeger auf den Dächern und auch ich wollte das einmal machen.»

Elegant über die Dächer zu tanzen gehört nun jedoch nicht zum Berufsalltag der 19-Jährigen. In ihrem Beruf reinigt sie Öl- sowie Holzheizungen. In der Schweiz wird am meisten mit Ölheizungen geheizt, nicht aber so im Kanton Obwalden. 60 Prozent sind Holzheizungen und das gefällt der Kaminfegerin aus Obwalden besonders: «Ich arbeite lieber mit Holzheizungen. Wenn der Feuerraum wieder blitzblank ist, sehe ich, was ich geleistet habe.»

Kaminfeger – Glück für Hab und Gut

Mit dem Bau der Kamine entstand auch der Beruf der Kaminfeger. Die Kamine mussten gereinigt werden, denn es bestand die Gefahr, dass die verrussten Kamine zu Bränden führten. Dementsprechend stand der Kaminfeger für das Glück von Hab und Gut, denn durch seine Arbeit brannte es weniger. Doch die Heizungen wurden immer sicherer und dementsprechend entwickelte sich der Beruf des Kaminfegers weiter.

Die Holzheizungen müssen noch einmal jährlich von einem Kaminfeger inspiziert und gereinigt werden. In der Ausbildung lernt man heutzutage die Bedienung von elektronisch gesteuerten Anlagen. Der Beruf an sich ist nicht mehr so beliebt wie früher. Im letzten Jahr schlossen nur acht Personen die Berufslehre zum Kaminfeger/-in ab. Die einzige Frau unter den Lernenden war Deborah Cina.

Wie sich die Zukunft als Kaminfegerin entwickelt, ist ungewiss. Die Heizungen entwickeln sich ständig weiter und genau so verändert sich auch der Beruf. Deborah Cina könnte es sich sogar vorstellen, dass sie einmal Solar-Anlagen warten müsse, doch nach wie vor gefällt ihr die Arbeit mit dem schwarzen Russ besonders: «Ich möchte, solange es geht, auf dem Beruf bleiben. Wenn es möglich ist, möchte ich Weiterbildungen machen.»

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. März 2022 19:12
aktualisiert: 22. März 2022 19:12
Anzeige