Abstimmung 99%-Initiative

«Kapitalgewinne werden heute sogar privilegiert besteuert»

Urs Schlatter, 6. September 2021, 20:47 Uhr
Die 99%-Initiative der Juso verlangt, dass Kapitaleinkommen höher besteuert wird als Arbeitseinkommen. Bringt die Initiative tatsächlich die erhofften Mehreinnahmen von 10 Milliarden Franken jährlich? Oder schwächt die Vorlage schlussendlich die Wirtschaft?
Sendung «Kontrovers» zur 99%-Initiative: Leo Müller, Luzerner Nationalrat «Die Mitte»; Urs Schlatter (Moderator); Mirjam Hostetmann, Präsidentin Juso Kanton Obwalden.
© PilatusToday

In der Schweiz besitzt ein Prozent der Bevölkerung 40% des Vermögens. Und die Reichen werden immer reicher. Mit der 99%-Initiative verlangt die Juso eine höhere Steuer für Kapitaleinkommen. Mit diesem Geld – gerechnet wird mit Einnahmen von 10 Milliarden Franken – sollen die Steuern für mittlere und tiefe Einkommen gesenkt werden. Weiter soll mehr Geld für Prämienverbilligungen oder den öffentlichen Verkehr fliessen. «Kapitaleinkommen wird heute teils sogar privilegiert besteuert, und das muss sich ändern», sagt Mirjam Hostetmann, Präsidentin der Juso Kanton Obwalden.

In der Schweiz gebe es schon heute eine grosse Solidarität, das eine Prozent der Bestverdienenden finanziert 40% der direkten Bundessteuer und die Gutverdienenden zahlen höhere Beiträge in die AHV, entgegnet Leo Müller, Luzerner Nationalrat «Die Mitte». Er ist gegen die Initiative, weil diese dem Grundsatz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit widerspreche.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. September 2021 20:47
aktualisiert: 6. September 2021 20:47
Anzeige