Mit über 3000 Franken

Kinderheim in Tansania renoviert – dank einer Luzernerin

Nicole Huber, 25. November 2022, 12:44 Uhr
Menschen helfen und ihnen in Erinnerung bleiben. Silvana aus Hochdorf kann stolz sagen: «Ich habe es geschafft». Zwei Monate war sie in Tansania und hat dabei nicht nur viele Kinder zum Strahlen gebracht, sondern auch kurzerhand das Kinderheim renoviert.
Mit ihrem Freiwilligeneinsatz hat Silvana in Tansania unzählige Kinder zum Strahlen gebracht.
© zVg
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«Volunteering war schon immer ein Traum von mir», sagt die 19-Jährige. Als Silvana das Gymnasium im Sommer abschloss, hatte sie endlich die Gelegenheit, diesen Traum zu verwirklichen.

Die Thematik der Kinderbetreuung ist bei Silvana schon lange präsent. Babysitting gehört seit Jahren zur Freizeit der Hochdorferin. Ausserdem hat Silvana die Absicht, Hebamme zu werden, was ihre Entscheidung für ein Hilfsprojekt mit Kleinkindern bestärkte.

Freiwilligenarbeit in zwei Projekten

Nach eigenen Recherchen stiess Silvana auf die Organisation «Step Africa». Dank dieser kam sie zu den beiden Projekten in Arusha, Tansania. Dort war sie im September und Oktober als Freiwillige tätig.

Zum einen war die Maturandin in einem Baby Rescue Center, zum anderen hat sie sich in einer Daycare um die Kinder gekümmert. In der Daycare, einer Kindertagesstätte, werden die Kinder jeweils tagsüber betreut. Im Baby Rescue Center kümmert man sich 24 Stunden am Tag um die Kleinkinder, sie wohnen nicht bei ihren Familien. Dies, weil die Zustände in den Dörfern oftmals katastrophal sind und die Kinder unter Gewalt grossgezogen werden. Vor allem in den Massai Dörfern ist Gewalt und kaum Nahrung an der Tagesordnung.

Bekommt das Jugendamt Wind von solcher Familiensituationen, greift es ein und bringt die Kinder ins Rescue Center. So ging es beispielsweise dem kleinen Amani. Da die Mutter des kleinen Amanis bei der Geburt starb und sich die Familie nicht um den Kleinen sorgte, wurde er an seinem vierten Lebenstag ins Heim gebracht, wo sich Silvana um ihn kümmerte.

Silvana mit dem kleinen Amani. Der Kleine war vier Tage alt, als er ins Baby Rescue Center kam.

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Über 3000 Franken gesammelt

Den Luxus, in der Schweiz zu leben und alles zu haben, hat Silvana nachdenklich gestimmt. «Ich wollte den Kindern etwas Langfristiges bieten», erklärt sie. Wenn sie nach acht Wochen Tansania wieder verlässt, soll es nicht den Anschein machen, als wäre sie nie da gewesen. So kam ihr die Idee, über Instagram eine Spendenaktion ins Leben zu rufen.

Die Idee war, mit dem gesammelten Geld neue Spielsachen, Milchpulver und Windeln für die Kinder zu kaufen. Als die Summe der Spenden 3490 Franken betrug, fasste Silvana kurzerhand den Entschluss, das Heim zu renovieren. Mit Hilfe der Projektleitung wurden Handwerker organisiert, die die Wände komplett neu verputzten. Dann wurde Wandfarbe gekauft und zusammen mit anderen Volunteers strich die Hochdorferin sämtliche Wände frisch.

Das Heim erhielt neue Nischen wie eine Kuschelecke mit Matratzen, Kissen und Vorhängen und die Betten wurden mit neuen Matratzen ausgestattet. Generell ist das Heim nun viel gemütlicher und bietet den Kindern unzählige Spielmöglichkeiten. Auch konnten die Löhne der Mitarbeitenden dank den Spenden aufgestockt werden.

Weiter setzte Silvana die Spenden für Nahrungsmittel ein. Sie konnte einen Wocheneinkauf des Baby Rescue Centers komplett finanzieren und den Milchpulverbedarf eines Monats decken. Ausserdem investierte Silvana einen weiteren Teil des Geldes in Schulutensilien wie Bücher und Stifte.

In der Daycare bekommen die Kinder ausgewogene Mahlzeiten.

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Da Silvana Arusha anfangs November wieder verliess, gab sie die Restsumme der Spenden an diejenigen Volunteers, die noch länger in den Projekten arbeiten. So werden die Spenden auch weiterhin sinnvoll und im Sinne Silvanas eingesetzt.

Ausgesorgt ist noch lange nicht

«Die Wände sind zwar neu gestrichen und das Essen ist für die kommende Zeit finanziert, doch ausgesorgt ist für das Heim und die Kinder leider noch lange nicht. Da der Staat Projekte wie die Daycare und das Baby Rescue Center nicht unterstützt, sind die Organisationen stets auf Spenden angewiesen», erklärt Silvana.

Glückliche Gesichter in der Schulstunde der Daycare.

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Gelernt, die kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen

In dieser sehr intensiven und erlebnisreichen Zeit hat Silvana gelernt, die kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen. «Ich habe eine unglaubliche Liebe erfahren dürfen und das vollkommene Glück erlebt», erzählt sie. Dabei hat sie auch die weniger schönen Seiten Arushas miterlebt.

So berichtet sie, dass ein Grossteil der Bevölkerung in enormer Armut lebt. Selbst wer sieben Tage die Woche arbeiten geht, muss sich mit einem Monatslohn von umgerechnet 40 Franken zufriedengeben. Geld für Schuhe oder Kleidung bleibt daher keines übrig. In den sogenannten Massai Dörfern seien die Verhältnisse noch viel schlimmer. Da gebe es nicht einmal Kleidung.

So kannst du helfen

Wer auch gerne selbst einen kleinen Beitrag spenden möchte, findet die Projekte auf Instagram unter den Nutzernamen «@daycaremilesofsmiles» und «@cradleoflove». Kleine Spenden werden unendlich dankbar angenommen und können zu einer riesigen Unterstützung werden, das hat die Spendensammlung von Silvana einmal mehr gezeigt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. November 2022 05:46
aktualisiert: 25. November 2022 12:44