Explosionen in Horw

Kita-Leiterin: «Zum Glück waren keine Kinder draussen»

21. Juli 2022, 18:08 Uhr
In Horw explodierten am Mittwochnachmittag zwei Gasflaschen. Eine der beiden Flaschen flog nur wenige Meter neben einen Kita-Spielplatz. Dank einer Gewitterwarnung befanden sich die Kinder aber glücklicherweise nicht draussen.
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Quelle: pilatus today

Ein riesiger Feuerball und schwarzer Rauch, gefolgt von zwei gewaltigen Explosionen. Der Brand vom Mittwochnachmittag in Horw war von weither sicht- und hörbar. Mehrere Anwohnerinnen zeigen sich auch einen Tag nach dem tödlichen Unglück noch immer geschockt von den Szenen, die sich bei der Wohnüberbauung «Moyo» abgespielt haben.

Cécile Ruchti ist Co-Leiterin der Kita Waldfee, die sich nur wenige Meter neben dem Unfallort befindet. Als die erste Gasflasche explodierte, war Ruchti zu Hause beim z’Vieri. «Ich bin dann sofort nach draussen geeilt und habe nach meiner Kita geschaut», erzählt sie. Als sie bei der Kita ankam, knallte es zum zweiten Mal. «Dann bin ich in die andere Richtung gerannt, um mich von den fliegenden Teilen zu retten.»

Eine Entscheidung, die schwere Folgen gehabt haben könnte. Denn: «Die zweite Gasflasche kam genau in der Richtung, in die ich weggerannt bin, zu Boden», erinnert sich Ruchti. Ihr sei erst am Abend bewusst geworden, dass sie besser in eine naheliegende Tiefgarage gesprintet wäre. «Ich hatte riesiges Glück.»

Kita-Kinder blieben ruhig

Glück hatten auch die Kinder und Mitarbeiterinnen der Kita Waldfee. Am Ort, an dem die erste Gasflasche landete, würden die Kinder zu dieser Zeit oftmals spielen. «Aufgrund der Gewitterwarnung verbrachten die Kinder den Nachmittag aber in den Kita-Räumen», erklärt die Co-Leiterin.

Diese Gasflasche landete nur wenige Meter neben der Kita Waldfee. 

© Leserbild

Die Kinder blieben ruhig: «Sie haben die Szenen gespannt beobachtet», sagt sie. Ruchti fügt nochmals an: «Zum Glück waren keine Kinder draussen.» So hätten ihre Arbeitskolleginnen auch die besorgten Eltern rasch beruhigen können. «Gewisse Eltern waren definitiv besorgter als die Kinder», schliesst sie ab.

Bei der Spitex zitterten die Fenster-Scheiben

Noch ein wenig näher am Brand war Stefanie Zihlmann. Die Mitarbeiterin der Spitex sass zum Zeitpunkt der Explosion an ihrem Schreibtisch mit direktem Blick auf den Feuerball. «Ich bin bei der Explosion augenblicklich weggesprungen, weil ich Angst hatte, die Scheibe geht kaputt», beschreibt sie die Szene. Es sei «wahnsinnig» laut gewesen und sie hätte sich grosse Sorgen gemacht: «Ich hoffte einfach, dass sich niemand dabei verletzt hat.»

Wenige Momente später ging Zihlmann nach draussen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Aufgefallen sei ihr dabei ein Arbeiter, welcher auf dem Gerüst stand und immer wieder geschrien habe: «Hier liegt noch einer, hier liegt noch einer!» Schnell sprach sich dann herum, dass dieser Mann schwer verletzt und wenig später verstorben sei. Um wen es sich bei der verstorbenen Person handelt, ist bisher nicht bekannt. 

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Quelle: PilatusToday

Szenen, die Stefanie Zihlmann nicht so schnell wieder aus dem Kopf bringe. Vor allem auch deshalb, weil ihr Mann selbst Bauarbeiter sei. «Man macht sich schon Gedanken, was wäre, wenn…», erläutert die Spitex-Mitarbeiterin. Es sei deshalb für sie umso unverständlicher, dass am Tag nach dem Unglück bereits wieder auf der Baustelle gearbeitet werde: «Es hat gebrannt, es ist jemand gestorben», sagt sie und schliesst ab: «Wenigstens einen Tag hätten sie doch Pause machen können.»

(bsv)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Juli 2022 17:21
aktualisiert: 21. Juli 2022 18:08
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