Kriens

459 neue Wohnungen bringen lediglich 61 zusätzliche Einwohner

28. August 2020, 11:50 Uhr
Weitere Wohnungen sind auf dem Areal Mattenhof in Kriens geplant - die jüngste Bautätigkeit schlug sich nicht wie erwartet in den Steuereinnahmen der Stadt nieder. (Archivbild)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Zwischen 2013 und 2017 sind in Kriens LU 459 neue Wohnungen gebaut worden. In dieser Zeit wuchs die Stadt um lediglich 61 Einwohner. Jede neu bezogene Wohnung brachte im Durchschnitt 5480 Franken zusätzliche Gemeindesteuereinnahmen.

Weil Kriens trotz reger Bautätigkeit rote Zahlen schreibt, liess der Stadtrat im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Luzern-Wirtschaft untersuchen, wie sich die neuen Wohnungen auf die Steuereinnahmen auswirken. Die Resultate veröffentlichte er am Freitag.

Die Steuererträge in den neuen Wohnungen liegen demnach leicht über dem Schnitt der gesamten Stadt. Es habe sich auch gezeigt, dass Eigentumswohnungen pro Person rund 800 Franken mehr Ertrag brachten als Mietwohnungen.

Kriens wuchs aber bei fast 500 neuen Wohnungen bloss um 61 Einwohnerinnen und Einwohner. Das bestätigt laut der Stadt den Trend, dass die Menschen heute im Durchschnitt mehr Wohnfläche pro Person beanspruchen. In jede dritte Neuwohnung zogen zudem Menschen, die bereits vorher in Kriens wohnten, was eine relativ hohe Binnenwanderung bedeute.

Die Altbauwohnungen, die dadurch frei wurden, blieben länger leer, weil sie in Konkurrenz zu den neuen stehen. Das habe zu einem spürbaren Rückgang der Steuereinnahmen geführt. Die Krienser Rechnung 2019 schloss mit einem Minus von 5,6 Millionen Franken ab, statt wie budgetiert mit 30'000 Franken im Plus. Die Steuereinnahmen der natürlichen Personen waren um 5,5 Millionen Franken tiefer ausgefallen als erwartet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. August 2020 11:50
aktualisiert: 28. August 2020 11:50