Buchungs-Fail

«Ab sieben Uhr Kinder-Fasching»: Das erlebte Felix Lobrecht in Sursee

27.04.2023, 16:33 Uhr
· Online seit 27.04.2023, 16:05 Uhr
Für seine aktuelle Tour ist der deutsche Komiker Felix Lobrecht in der Schweiz unterwegs. Dabei hat der Berliner auch einen Halt in Sursee gemacht. Seine Erfahrungen in der Stadt haben allerdings einen bitteren Nachgeschmack.
Anzeige

Der deutsche Stand-up-Komiker und Bestseller-Autor Felix Lobrecht ist momentan ein gefragter Mann in der Comedy-Branche. Schon drei Mal gewann er den deutschen Comedypreis. Die Tickets für seine Shows gehen weg wie warme Weggli: Seine zehn Schweiz-Shows waren in wenigen Minuten ausverkauft.

Über die Erlebnisse seiner aktuellen Schweiz-Tour spricht er momentan im erfolgreichen Podcast «Gemischtes Hack», den er zusammen mit dem Moderator Tommi Schmitt betreibt. So auch in der aktuellen Folge vergangenen Mittwoch.

«Habe in zu vielen Scheiss-Hotels geschlafen»

Auch wenn er für seine Shows viele Aufgaben an sein Team delegiert, lässt er sich eine besondere Aufgabe im ganzen Tour-Prozess nicht nehmen – und zwar die Buchung der Hotels. «Einerseits macht mir dies Spass, andererseits habe ich in zu vielen Scheiss-Hotels geschlafen», erklärt er. Doch nun gesteht er sich ein, dass er sich bei den Schweizer Shows mehrmals krass verbucht hat.

Er räumt gerade als Erstes ein: «Ich kenn mich in der Schweiz nicht so gut aus. Man kennt Zürich, Basel, Bern und vielleicht noch St.Gallen.» Als er Sursee oder auch Amriswil auf dem Plan gelesen hat, dachte er sich: «Das sind sicherlich Städte wie Marburg oder Detmold. Also Städte, die man nicht auf dem Schirm hat, wenn man von weiter herkommt, aber die es einfach so gibt.»

Hotel in Endlevel-Industriegebiet

Doch da hat er sich geirrt: «Sursee und Amriswil waren Städte wie Eberswalde, so ein Kaff vor Berlin, oder Königs Wusterhausen. Dementsprechend gab es dort auch schlechte Hotels», so Felix Lobrecht. So buchte er auch ein Hotel in Sursee, weil die Fotos auf der Buchungsseite schön aussahen und es ein grosses Gym gab.

Als er und sein Team dort eintrafen, dachten sie zuerst, dass sie am falschen Ort waren, da das Hotel in einem «Endlevel-Industriegebiet» war. «Gegenüber war ein Baustoff-Grosshandel, rechts eine Tankstelle und links ein Lidl. Es gab nur versiegelte Flächen, überall Beton.»

«Ab sieben Uhr Kinder-Fasching»

Doch damit nicht genug. Das Erste, was Lobrecht vor dem Hotel in Sursee sah, war ein Schild mit der Aufschrift «Dauerhafte Haarentfernung mit Laser». «Das wurde einfach im Hotel angeboten!» Auch mit dem Hotel war er nicht zufrieden. Zwar gab es für seine Bedürfnisse tatsächlich ein «riesiges Gym». Aber: «Am Ende war das Hotel einfach ein Gym, ein Schwimmbad und eine Haarentfernungspraxis.»

Im Hotel gab es gerade Mal fünf bis zehn Zimmer und in der Mitte der Hotelzimmer stand einfach ein «Kinderhort». «Ab sieben Uhr morgens war dort einfach so ein Kinder-Fasching, weil das Hotel nicht lärmisoliert war – schreiende, tobende Kinder», beschwerte sich der Berliner im Podcast. Ausserdem fragte er sich, von wo all diese Kinder herkamen. Dabei doppelte sein Kollege Tommi Schmitt im Podcast nach: «Das Industriegebiet wäre der letzte Ort, wo man werktags Kinder erwarten würde. Das ist ja wie bei Stephen King».

Hotel enttäuscht von Komiker

Dass Lobrecht seinen Unmut gegenüber dem Hotel äusserte, ist den Betreibern bereits zu Ohren gekommen, was ziemlich ernüchternd für sie war. Man habe sich damals über den Anruf und die Buchung von Lobrecht gefreut. Dementsprechend war die Enttäuschung gross: «Wir finden es schade, dass Felix Lobrecht ein falsches Bild von Sursee und dem Hotel aufgenommen hat», so das Hotel gegenüber PilatusToday und Tele 1. Schliesslich biete das Hotel Angebote, unter anderem auch für externe Personen, welche jene eines einfachen Hotels übersteigen würden.

«Rückblickend auf seine Aussage kommen wir zu der Annahme, dass er unsere Anlage lediglich als ein einfaches Hotel wahrgenommen hat und nicht auch als Dienstleister über den Hotelbetrieb hinaus.» Schliesslich seien viele Gäste des Hotels stets mit dem Aufenthalt bei ihnen und deren Angeboten zufrieden. Allerdings gestehen die Betreiber, dass die Lage seines Zimmers für ihn ungünstig gewesen sei. Das würden sie bedauern und die Kritik als Verbesserungspunkt aufnehmen.

Party-Hotel und Reha-Klinik

Neben Sursee machte er noch zwei weitere Buchungs-Fails. Einerseits in Zürich, wo er zuerst im Hyatt übernachten wollte. Allerdings kostete dies 800 Franken pro Nacht und Person. Deswegen buchte er ein anderes Hotel, bei dem über seinem Zimmer aber ein Club war. Bis um fünf Uhr morgens sei in seinem Zimmer die Musik und der Bass des Clubs zu hören gewesen.

Der dritte Fail war in der Ostschweiz, als er in Amriswil Halt machte. Dabei buchte er wohl in einer Nachbargemeinde. Allerdings stellte er fest, dass das Hotel unter anderem eine Reha-Klinik für alte und behinderte Menschen war. «Das Erste, was man morgens sah, waren professionell verletzte Omas.»

Lobrecht gefällt die Schweiz

Trotz seinen unzufriedenen Übernachtungen gefällt Lobrecht die Schweiz offenbar sehr. Er hat schon in mehreren Podcasts von der Schweiz und den verschiedenen Städten geschwärmt, wie beispielsweise von der Stadt Bern. Diese sei nämlich schöner als Zürich. Auf Nachfrage seines Kollegen Schmitt sagt er dann erneut: «Ja, deutlich schöner. Auf der Bühne hatte ich den Witz gemacht: Nachdem ich in Bern war, sieht Zürich aus, als wäre Putin schon da gewesen.»

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir jetzt die Today-App:

veröffentlicht: 27. April 2023 16:05
aktualisiert: 27. April 2023 16:33
Quelle: PilatusToday

Anzeige
Anzeige
redaktion@pilatustoday.ch