Polizeiserie

Auf Tour mit Sicherheitsberater: «Diese Türe hat gewisse Schwachstellen»

07.11.2023, 19:25 Uhr
· Online seit 07.11.2023, 14:39 Uhr
Die Terrassentür aufgebrochen, von der neuen Fotokamera und dem Goldschmuck fehlt jede Spur: Hier waren Einbrecher am Werk. Um dieses Szenario bereits an der Wurzel zu bekämpfen, bietet die Luzerner Polizei kostenlose Sicherheitsberatungen an. Wir haben den Experten in eine Wohnung begleitet.

Quelle: Tele 1

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Jede Stunde passieren in der Schweiz im Schnitt drei Einbrüche. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik hervor. Wer nun glaubt, dass den Kriminellen durch eine lückenlose Aufklärung das Handwerk zeitnah gelegt wird, irrt sich. Nicht einmal 20 Prozent aller Einbrüche wurden im letzten Jahr in der Schweiz aufgeklärt.

Entsprechend tut man gut daran, sich präventiv vor Einbrüchen oder Einschleichdiebstählen zu schützen. Wer nun hilflos mit dem Finger über den eigenen Fensterrahmen fährt, soll sich aber keine Sorgen machen. Denn viele Kantonspolizeien bieten kostenlose Sicherheitsberatungen in den eigenen vier Wänden an.

«Grüezi Frau Bolli»

Bei der Luzerner Polizei hat Roland Jost das Auge für die Details. Jene Details, die darüber mitentscheiden, ob ein Einbrecher oder eine Einbrecherin in ein Haus gelangt. PilatusToday und Tele 1 begleiten ihn zu Ursula Bolli in eineLuzerner Seegemeinde. Sie ist erst kürzlich in eine Terrassenwohnung gezogen. Weil sie diese sowieso renovieren möchte, nutzt sie die Gelegenheit für den Einbruch-Check.

Im ersten Teil der Beratung informiert Roland Jost über allgemeine Grundsätze, die das Einbruchsrisiko senken. Hierbei bezieht er sich auf eine Broschüre. Der Schutz beginne bereits mit ganz einfachen Massnahmen. «Das kann etwa eine Zeitschaltuhr für das Licht sein, oder das korrekte Abschliessen von Türen und Fenstern», sagt Jost.

Danach gibt Bewohnerin Ursula Bolli ihre Hauptbedenken in ihrer neuen Bleibe zum Ausdruck. «Mein Problem sind jene Fenster, die praktisch ebenerdig sind. Ich habe das Gefühl, dass man dort mit Talent oder Wille leicht eindringen kann.»

Sicherheitsbeschläge an Fenstern

Es bleibt aber nicht beim Gespräch am Kaffeetisch. Im Anschluss schreiten Roland Jost und Ursula Bolli durch die Wohnung und schauen sich neuralgische Punkte an. Handlungsbedarf erkennt Jost insbesondere bei der Tür und den Fenstern. «Die Fenster können mit Sicherheitsbeschlägen verstärkt werden», bilanziert der Berater. Dabei handelt es sich um Metallkonstruktionen, welche das Fenster nicht nur an einer, sondern an mehreren Stellen mit dem Rahmen verriegeln.

Sinnvollerweise sollten Fenster auch mit einem Schlüssel abgeschlossen werden können. Und ein Verbund-Sicherheitsglas erschwere Kriminellen das Einschlagen von Fensterscheiben.

Kostenlose Beratung, teure Massnahmen?

Der Sicherheitsberater unterstreicht, dass viele der Präventionsmassnahmen bereits gratis oder kostengünstig umzusetzen sind. Einbruchsschutz fange beim Verhalten der Bewohnenden an. Beispielsweise sollen Kriminelle nicht erkennen, ob ein Gebäude für längere Zeit unbewohnt ist. Nichtsdestotrotz kommen bei baulichen Massnahmen gewisse Kosten auf. Der «Beobachter» hat ausgerechnet, dass sicherere Fenster etwa 40 Prozent teurer sind als herkömmliche Modelle. Bei elektronischen Alarmsystemen geht es schnell um mehrere Tausend Franken.

Für Ursula Bolli ist klar, dass sie für die Umsetzung vorgeschlagenen Massnahmen etwas Geld in die Hand nehmen wird. «Wenn eingebrochen wird, ist das teurer und seelisch schwerwiegender». Das will sie vermeiden und stattdessen ihr Alter geniessen, so die 78-Jährige.

veröffentlicht: 7. November 2023 14:39
aktualisiert: 7. November 2023 19:25
Quelle: PilatusToday

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