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Luzerner Forschungsprojekt

Beim Gamen auf der Jagd nach dem perfekten Foto

2. Juni 2021, 15:57 Uhr
Weil sich die Grafik in Videospielen stets verbessert, werden immer mehr Gamer zu Fotografen. Ein Forscher der Hochschule Luzern hat die Verflechtung von Fotografie und Gaming untersucht. Die Resultate gibt es noch im Juni in einer Ausstellung zu sehen.

Marco de Mutiis, der an der Hochschule Luzern zum Thema forscht, bringt ein prägnantes Beispiel eines Freundes. Der befreundete Fotograf sollte letzten Winter für eine Reportage nach Island reisen, dann kam Corona. Anstatt nach Island zu reisen, führte der Fotograf die Reportage im Spiel «Death Stranding» durch, dessen Welt sich zu einem grossen Teil an das echte Island anlehnt. Solche Projekte werde es immer mehr geben, ist de Mutiis überzeugt. 

«Die Grafik in Spielen wird immer fotorealistischer. Damit gewinnen Landschaften in Spielen einen ästhetischen Wert als Sujets für digitale Fotografie, zusätzlich zur ursprünglich vorgesehenen Aufgabe als Kulisse für die Spiele-Handlung», so der wissenschaftliche Mitarbeiter. 

Seine Arbeit ist Teil des Forschungsprojekts «Post-Photography», welches aus dem Schweizerischen Nationalfonds mitfinanziert wird. Die Resultate des Projekts sind ab dem 5. Juni 2021 in einer Ausstellung im Fotomuseum Winterthur zu sehen.

«Gaming und Fotografie sind in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch getrennt», so de Mutiis. Je weiter das Gaming an Beliebtheit gewinnt, desto mehr werden sich die beiden Medien beeinflussen. Der Trend ist bereits heute in mehreren Bereichen auszumachen. 

Dank Instagram kommt der Gaming-Effekt im echten Leben an

Bei der «In-Game-Fotografie» geht es beispielsweise darum, im Lieblingsspiel den perfekten Schnappschuss am perfekten Ort zu schiessen. Vielen Spielerinnen und Spielern reicht dabei ein einfacher Screenshot nicht mehr aus, eigene Software-Erweiterung machen das Foto-Erlebnis noch realer. 

Spiele wie «Pokémon Snap» dagegen fallen unter die Kategorie «Camera Play». Hier geht es darum, echte Fotografie in einer digitalen Umgebung zu simulieren. Das Fotografieren ist Ziel und Inhalt des eigentlichen Spiels. Je besser und seltener die Bilder, desto mehr Punkte gibt es. Diesen «Gameification»-Effekt macht Marco de Mutiis auch im echten Leben aus, heisst es in der Mitteilung weiter. Wer Fotos auf Instagram veröffentlicht, die richtigen Filter und Hashtags setzt und die schönsten Bilder macht, wird mit Likes und Followern belohnt. 

(tma)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. Juni 2021 15:56
aktualisiert: 2. Juni 2021 15:57