Strassenbau

Bericht stellt Cheerstrasse-Planern schlechtes Zeugnis aus

11. September 2020, 09:40 Uhr
Der Luzerner Mobilitätsdirektor Adrian Borgula sieht eine Mitschuld seiner Direktion an der Verzögerung der Sanierung der Littauer Cheerstrasse. (Archivbild)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Gleich zweimal haben die Planer einer Sanierung der Cheerstrasse in Littau die Kosten unterschätzt. Zu diesem Schluss kommt ein externer Bericht. Die Stadtluzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektion sieht den Fehler auch bei sich. Das neue Bauprojekt wird noch teurer.

Das Stimmvolk der Gemeinde Littau hatte 2009 einen Kredit von 13,8 Millionen Franken für die Verlängerung der Strasse genehmigt. Nach der Fusion von Littau und Luzern wurde die Planung wieder aufgenommen und ein Zusatzkredit beantragt, den die Stadtbevölkerung 2017 ebenfalls absegnete.

Es habe sich gezeigt, dass auch dieser auf 18,6 Millionen Franken angewachsene Betrag nicht reichen werde, teilte die Stadt Luzern am Freitag mit. Im Herbst 2019 gab sie daher eine externe Überprüfung der Vorgänge in Auftrag.

Diese kam nun zum Schluss, dass 2009 die Kosten zu tief ausgewiesen wurden, etwa weil Stützmauern oder notwendige Anpassungen beim Knoten Bodenhof und bei Bushaltestellen nicht angemessen ausgeführt waren.

Möglichst rasch handeln wollen

Doch auch der 2017 eingeholte Zusatzkredit sei zu tief angesetzt gewesen. Die Planer hätten das ursprüngliche Projekt zu wenig hinterfragt, heisst es im Bericht. Es fehlte die geforderte Tiefe, um eine Kostengenauigkeit von 10 Prozent zu erreichen.

Die Luzerner Umwelts- und Mobilitätsdirektion sieht sich mitverantwortlich für die Misere in Littau. Sie habe damals aus politischen Überlegungen das Projekt möglichst rasch und kostengünstig umsetzen wollen, da ein Volksentscheid der vormaligen Gemeinde Littau vorgelegen habe.

Asche auf ihr Haupt streuen auch die Verantwortlichen des Tiefbauamts. Man habe die fachliche Verantwortung bei der Planung des Projekts 2017 nicht konsequent wahrgenommen.

Man wolle nun das 2019 neu aufgegleiste Projekt Cheerstrasse zügig vorantreiben und bis Ende 2020 vorlegen. Dieses steht laut dem Bericht auf einer qualitativ, inhaltlich und kostentechnisch solider Basis. Der Grosse Stadtrat soll den nötigen Zusatzkredit im ersten Quartal 2021 behandeln, eine Eröffnung Ende 2024 sei weiterhin möglich.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. September 2020 09:47
aktualisiert: 11. September 2020 09:40