Kanton Luzern

Brandstiftender Feuerwehrmann ist wieder auf freiem Fuss

2. September 2020, 16:47 Uhr
Luzerns berüchtigtster «Feuerteufel» hat zwischen 1988 und 2006 fast 30 Häuser angezündet.
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Insgesamt 28 Brände sowie 310 Einbruchdiebstähle gehen auf sein Konto. Was nach dem Werk eines skrupellosen Schwerverbrechers klingt, täuscht: Luzerns berüchtigtster Brandstifter wollte nur geliebt werden. Wie «zentralplus.ch» berichtet, ist der Mann nun wieder auf freiem Fuss.

Laut psychiatrischem Gutachten leidet der Mann an einer «dependenten Persönlichkeitsstörung», welche dazu führt, sich seinen Liebsten extrem unterzuordnen und alles für sie zu tun. Im Fall des brandstiftenden Feuerwehrmannes ging das so weit, dass er zum Kriminellen wurde.

Laut «zentralplus.ch» hat er von 1988 bis 1992 elf Brände gelegt, um mehr Zeit mit seinen Feuerwehrkollegen zu verbringen und zu erreichen, dass sie ihn mögen. Von 2002 bis 2006 fackelte er gleich 17 Häuser ab, um der Familie seiner Frau zu imponieren.

Langsame Rückkehr auf eigenen Beine

Mittlerweile hat der Mann eine mehrjährige Gefängnisstrafe abgesessen. Seit März 2018 lebt er in einem Wohn- und Arbeitsexternat, wo er tagsüber ausserhalb der Gefängnismauern arbeitet und am Abend in die Wohngruppe zurückkehrt.

Obwohl er in der Therapie gute Fortschritte gemacht hat, besteht noch immer eine Rückfallgefahr. Ein neues psychiatrisches Gutachten, das der VBD angeordnet hatte, überzeugte das Kantonsgericht jedoch. Die Zeit sei reif, dass der Mann auf eigenen Beinen stehe und sich seine eigene Wohnung suche. Er habe gelernt, «seine Freunde sorgfältiger auszusuchen» und seine Beziehungen kritisch zu hinterfragen. Er wird aber weitere fünf Jahre lang durch eine Wohnbegleitung betreut und muss eine sinnvolle Tagesstruktur aufrechterhalten. Hält er sich nicht an die Auflagen, muss er zurück in den stationären Vollzug.

(imü)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. September 2020 10:35
aktualisiert: 2. September 2020 16:47