Knotenpunkt Luzern

Bund will Projekt «Durchgangsbahnhof» zehn Jahre aufschieben

Nicole Huber, 24. November 2022, 05:55 Uhr
Auf dem Schweizer ÖV-Netz gibt es zu viele Baustellen, was den SBB zu schaffen macht. Deshalb hat der Bund beschlossen, bis 2033 keine neuen Projekte zu verwirklichen. Der Durchgangsbahnhof Luzern ist zwar kein neues Projekt, könnte aber dennoch betroffen sein.

Quelle: Tele 1

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Zu viele Baustellen gefährden den Fahrplan der SBB. Dies schreibt das Bundesamt für Verkehr (BAV) in einer Mitteilung. Weil das Netz des öffentlichen Verkehrs bereits ausgelastet ist, hat das Bundesamt nun entschieden, bis 2033 keine weiteren Projekte zu realisieren.

ÖV-Netz ist ausgelastet

Laut der SBB ist das Netz des öffentlichen Verkehrs maximal ausgelastet. «Als Passagier merkt man, dass das Netz und die Pünktlichkeit verletzlich sind», sagt Michael Müller, Mediensprecher des BAV gegenüber PilatusToday und Tele 1. Die vielen Baustellen führten zu Ausfällen und Unpünktlichkeit. Werden noch mehr Bauprojekte realisiert, würde dies einen Punkt erreichen, an dem die Reise für Passagiere nicht mehr zumutbar sei.

«Die SBB haben uns mitgeteilt, dass wir zu viele Baustellen auf dem Netz haben, um noch mehr Projekte realisieren zu können», ergänzt Müller. Daraufhin hat das Bundesamt eine vorläufige Baupause bei neuen Projekten beschlossen. Man müsse zuerst ein stabiles Fundament schaffen, um darauf aufzubauen, heisst es weiter.

Luzern auch betroffen

Der unterirdische Bahnhof in Luzern ist zwar geplant, aber noch nicht beschlossen. Dies unter anderem, weil das Geld des Bundes noch nicht für das Projekt gesprochen wurde. Und genau hier liegt das Problem, berichtet «zentralplus». Nichtbeschlossene Projekte gehören ebenfalls in die Sparte der neuen Projekte, die nun eben aufgeschoben werden.

Unverständlich, findet der Nidwaldner FDP-Ständerat Hans Wicki. Er ist Präsident des Komitees Durchgangsbahnhof Luzern und sei «sehr irritiert» über die Ankündigung. «Wir verlieren zehn Jahre, wenn das BAV sagt, dass wir das Projekt nicht umsetzen können», sagt er. Der Baustart des Durchgangsbahnhofs Luzern wäre auf das Jahr 2030 geplant, also drei Jahre vor Aufschiebe-Schluss der Bauprojekte.

Bund entscheidet über den Baustart

Der Bundesrat wird 2026 eine Botschaft erlassen. In dieser werden Bauprojekte, die noch nicht beschlossen sind, nach deren Wichtigkeit aufgeführt und entsprechende Gelder werden verteilt. Projekte mit hoher Priorisierung werden demnach zuerst angegangen. Nichtsdestotrotz hat diese Aufführung keinen Einfluss auf allfällige Baustarts, denn:

Die Botschaft wird anschliessend dem National- und Ständerat vorgelegt. Winkt das Parlament diesen durch, wird wiederum das BAV informiert, welches dann stufenweise Bauprojekte genehmigt.

Kanton Luzern bleibt optimistisch

«Wir fordern weiterhin, dass der Durchgangsbahnhof nahtlos weitergeplant und finanziert wird», schreibt das Baudepartement des Kantons Luzern auf Anfrage. Der Kanton blickt trotz der Mitteilung des BAV optimistisch in die Zukunft:

Es bleibt also abzuwarten, wann der Durchgangsbahnhof Luzern definitiv gebaut, geschweige denn eröffnet werden kann. Klar ist nur eins: Mindestens bis 2033 bleibt es in Luzern ruhig.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. November 2022 05:55
aktualisiert: 24. November 2022 05:55