Steigende Lebenskosten

Caritas Luzern berät immer mehr Menschen wegen Schulden

19. September 2022, 10:56 Uhr
Teures Benzin und hohe Energiepreise: Das Leben kostet im Moment deutlich mehr als noch vor ein paar Monaten. Dies belastet das Portemonnaie vieler Menschen. Eine Entwicklung, die auch die Caritas bei ihrer Schuldenberatung spürt.
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Die Caritas Luzern führt aktuell fast täglich gegen zehn Intensiv-Beratungen mit Leuten durch, die zu wenig Geld zum Leben haben. Antje Sonntag ist die Leiterin der Sozial- und Schuldenberatung bei der Caritas Luzern und hört ganz unterschiedliche Geschichten, wieso das Geld nicht mehr reicht.

Beispielsweise jene einer Familie, die das Geld wegen der steigenden Benzinkosten nicht mehr für die geplante Weiterbildung ausgeben kann. «Sie sind in der misslichen Lage, dass sie das Geld jetzt ausgeben müssen, um das Haushaltsdefizit wieder auszugleichen.» Dadurch könnten sie kein Geld mehr auf die Seite legen, erzählt Sonntag.

Lebenskosten steigen

Laut dem Bundesamt für Statistik sind die Lebenskosten aufgrund der Teuerung um durchschnittlich 3,5 Prozent gestiegen, der Lohn allerdings lediglich um zwei Prozent. Das Benzin hat sich sogar um einen Viertel verteuert. Das bringt viele Familien in finanzielle Nöte.

«Am härtesten betroffen sind sogenannte Working-Poors. Das sind Leute, die zu viel verdienen, um in die Sozialhilfe zu fallen, aber zu wenig, um zu überleben», sagt Daniel Furrer, Geschäftsführer der Caritas Luzern. Diese Menschen hätten derzeit kein «Auffangbecken» und auch ansonsten keine Unterstützung.

Genug früh Hilfe holen

Dazu kommt: Schulden oder finanzielle Probleme sind in der Gesellschaft weiterhin ein Tabuthema. «Wir spüren leider, dass viele Personen erst dann zu uns kommen, wenn es eigentlich fast schon zu spät ist», sagt Antje Sonntag. Deshalb appelliert die Caritas an die Betroffenen, nicht zu lange zu warten, bis man sich Hilfe holt.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. September 2022 10:33
aktualisiert: 19. September 2022 10:56