Bruder Fritschi

«Darf mir auch einmal eine Auszeit gönnen»

Martina Odermatt, 17. September 2020, 16:11 Uhr
Bruder Fritschi und seine Fritschene kommen 2021 vielleicht nicht an die Fasnacht.
Die Lozärner Fasnacht hängt an einem seidenen Faden. Am Mittwoch hat das Lozärner Fasnachts-Komitee LFK die beiden grossen Umzüge sowie andere Anlässe abgesagt. Doch was sagt eigentlich Bruder Fritschi dazu? Bei unserem fiktiven Anruf machte er mit der Fritschenen gerade Fasnachtschüechli.

Bruder Fritschi, werden Sie dieses Jahr auch wieder Orangen werfen und die Meute zum Brüeeleeeee aufrufen?

Es ist noch offen, ob ich mich mit der Fritschene in ein paar Monaten an die Fasnacht wage. Dieses Corona, das ist schon nicht ganz ohne. Die Frage ist auch, ob es sich überhaupt lohnt, den weiten Weg nur für den Urknall auf sich zu nehmen. Aber eigentlich würde ich schon gerne wieder mal Orangen werfen. Vielleicht stelle ich bei mir zu Hause den Urknall einfach nach, damit ich ein bisschen Brüeeleee kann.

Aber die eingefleischten Fasnächtler, die hoffen darauf, in der Krise ein bekanntes Gesicht zu sehen …

Sehen Sie, seit Jahren komme ich pünktlich zur Fasnacht nach Luzern, winke den Huerenaffen zu, trinke ein, zwei Tee Zwetschge und verteile Orangen: Ich glaube, ich darf mir durchaus auch mal eine Auszeit gönnen. Das machen andere Leute ja auch.

Und was macht denn ein Bruder Fritschi in den Ferien?

Ach, mir und der Fritschene wird schon nicht langweilig. Klar ist, es gibt ein Fest mit den Krienserhäxen, Tüüfel, Lälli und Feuk und Greth Schell. Die haben im Moment auch mega viel Freizeit. Vielleicht kommt noch ein Waggis vorbei, der weiss ja, wie es läuft in Sachen Auszeit. Aufgetischt wird Mehlsuppe und Tee Zwetschge. Das wird eine rüüdige Party.

Aber Sie können ja nicht nur Party machen?

Nein, nein, die Fritschene und ich, wir werden auch etwas weg gehen. Fix ist schon mal ein Besuch beim Samichlaus, Schmutzli und den Eseln. Der weiss ja auch nicht, ob er dieses Jahr die Leute besuchen darf. Vielleicht machen wir eine Wanderung, damit die Esel wenigstens ein wenig Auslauf bekommen. Und vielleicht gehe ich auch noch bei Wilhelm Tell und Walterli vorbei. Dann können wir noch ein paar Orangen vom Kopf schiessen.

Aber die Fasnacht wird Ihnen ja wohl doch fehlen? Der Rummel um Ihre Person ist normalerweise riesig!

Ich muss zugeben, dass mir die Stimmung, die jeweils an der Fasnacht herrscht, schon fehlen wird. Alle vergessen für einmal die Sorgen vom Alltag, musizieren und festen und tanzen: Das ist grossartig! Aber nur weil ich mir jetzt mal ein bisschen Ruhe gönne, muss man nicht gleich in Panik verfallen. Ich komme wieder, keine Frage. Und dann feiern wir wieder eine rüüüüdige Fasnacht mit ganz vielen Huerenaffen, Grenden und Tee Zwätschge. Versprochen!

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. September 2020 09:33
aktualisiert: 17. September 2020 16:11