Zentralschweiz
Luzern

Das geschieht mit dem Erbe von Jörg Bucherer

7 Milliarden Franken

Das geschieht mit dem Erbe von Jörg Bucherer

· Online seit 26.01.2024, 17:47 Uhr
Vor zwei Monaten ist der ehemalige Besitzer der Firma Bucherer verstorben. Schon zu Lebzeiten wurde spekuliert, was mit dem Mega-Erbe des kinderlosen und unverheirateten Multimilliardärs geschieht. Jetzt ist klar: Es soll in eine neue gemeinnützige Stiftung fliessen.
Anzeige

Für die Stadt Luzern war Jörg Bucherer eine prägende Figur. Er führte das Familienunternehmen Bucherer in der dritten Generation und formte es zum weltgrössten Uhren- und Schmuckhändler. Das 1888 von Carl-Friedrich Bucherer gegründete Unternehmen wurde erst wenige Monate vor dem Tod des 87-jährigen an die Genfer Luxusmarke Rolex verkauft.

Einer der reichsten Luzerner

Das Vermögen des Uhrenpatrons wurde im Jahr 2022 auf bis zu 2,5 Milliarden Franken geschätzt, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Insider gehen davon aus, dass ihm der Verkauf der Firma Bucherer im Jahr 2023 einen Erlös von mindestens 4 Milliarden eingebracht haben soll. Somit hinterlässt Jörg Bucherer schätzungsweise ein Erbe von 6 bis 7 Milliarden Schweizer Franken. Mutmasslich war er damit einer der zehn wohlhabendsten Einwohner des Kantons Luzern.

Es wurde schon lange darüber spekuliert, was dereinst mit dem Erbe des schwerreichen Mannes geschehen wird. Nun wird die Frage das erste Mal öffentlich beantwortet. Sören Schwieterka, Rechtsanwalt der Luzerner Mühlebach Advokatur, begleitete Jörg Bucherer seit Jahren und bestätigte gegenüber der «LZ»: «Jörg Bucherer hat eine Alleinerbin eingesetzt.» Damit sei nicht etwa eine Frau, sondern eine neue gemeinnützige Stiftung gemeint.

Region Luzern soll «in einem hohen Ausmass profitieren»

Am Freitag verschickte dann der Willensvollstrecker und Bucherer-Vertraute Urs Mühlebach eine Mitteilung. Darin zeigte er auf, welchen Zweck diese neu geplante Stiftung unterstützen soll. «Die Förderung und Unterstützung von Musik, bildender Kunst und Literatur, die Verbesserung des Angebots von Alters– und Pflegeheimplätzen sowie die Fürsorge für behinderte Kinder», wurden darin thematisiert, schreibt die Luzerner Zeitung weiter. Die Region Luzern soll «in einem hohen Ausmass» von der Stiftung profitieren, heisst es.

Diese Stiftung ist allerdings noch nicht rechtskräftig gegründet. Zuerst muss ausgeschlossen werden können, dass es andere mögliche Erben gibt. «Im vorliegenden Fall kommen – nebst der eingesetzten Alleinerbin – als gesetzliche Erben nur solche des grosselterlichen Stammes in Betracht. Diese sind der Teilungsbehörde nicht bekannt», sagte Rechtsanwalt Sören Schwieterka der Tageszeitung weiter.  Am Freitag erfolgte eine entsprechende Publikation im Luzerner Kantonsblatt. Bis ausgeschlossen werden kann, dass es noch lebende Verwandte gibt, welche bis jetzt noch nicht berücksichtigt wurden, kann die Stiftung noch nicht gegründet werden. Allfällige Erben hätten nun einen Monat Zeit, um sich zu melden und ihre Verwandtschaft nachzuweisen.

Stiftung muss noch einige Hürden nehmen

Ebenfalls ist der Verkauf von Bucherer an Rolex gemäss der «LZ» noch nicht unter Dach und Fach. Seitens der Schweizer Wettbewerbskommission bleibt diesbezüglich ein definitiver Entscheid noch aus. Eine Sprecherin von Bucherer wollte sich gemäss der «LZ» zur Frage nach der Bewilligung des Deals durch die Kartellbehörde nicht äussern. Auch hier ist kaum davon auszugehen, dass eine Stiftung gegründet wird, bevor dieser Verkauf abgeschlossen ist.

Jörg Bucherer war zuletzt in Meggen wohnhaft. Dort verfolge man die Vorgänge genaustens, hiess es gegenüber der Zeitung, denn: Fliesst das Geld in eine gemeinnützige Stiftung, ist möglicherweise keine Erbschaftssteuer fällig. Die nächsten Monate werden zeigen, ob in Luzern eine der grössten Stiftungen der Schweiz gegründet wird und was am Ende mit den bis zu 7 Milliarden Schweizer Franken geschehen wird.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

veröffentlicht: 26. Januar 2024 17:47
aktualisiert: 26. Januar 2024 17:47
Quelle: PilatusToday

Anzeige
Anzeige
redaktion@pilatustoday.ch