Reaktion der Geschäfte

«Das ist eine 180 Grad-Wendung der Regierung»

Tobias Hotz, 16. Oktober 2020, 18:31 Uhr
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Quelle: Tele 1

Die Einführung einer Maskenpflicht ist sowohl für die City Vereinigung als auch für den Detaillistenverband nachvollziehbar. Dass die Luzerner Regierung keine differenzierte Lösung gefunden hat, stösst aber auf Unverständnis.

«Das ist eine 180 Grad-Wendung der Regierung», sagt Rolf Bossart, Geschäftsführer des KMU – Detaillistenverband Kanton Luzern (DVL). «Uns wurde versprochen, dass nur in Geschäften mit mehr als 80 Quadratmeter und dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, eine Maskenpflicht gelten soll.» Tatsächlich sprach Gesundheitsdirektor Guido Graf an der Session des Kantonsparlaments vom 14. September noch von dieser Variante als einzige mögliche Art einer Maskenpflicht im Kanton Luzern. Bossart ist überzeugt, dass eine differenzierte Maskenpflicht umsetzbar wäre. «Seit April begrenzt die Fläche die Anzahl Kunden, die ein Geschäft betreten dürfen. Daher wäre auch jetzt eine differenzierte Lösung verständlich umsetzbar.»

Es gibt auch Verständnis

Josef Williner, Präsident der City Vereinigung Luzern, ist da anderer Meinung. «Für uns ist eine einheitliche Lösung, unabhängig der Grösse der Ladenfläche nachvollziehbar. So ist für die Konsumenten klar, was gilt.» Natürlich sei eine Maskenpflicht nicht erfreulich und der Entscheid, nicht nach Ladengrösse zu unterscheiden, kurzfristig gefallen. Doch mit den stets steigenden Ansteckungen sei die Massnahme logisch und ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Pandemie. Wegen des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts sei es wichtig, einen zweiten Lockdown zu verhindern. «Da in den umliegenden Kantonen auch eine Maskenpflicht gilt, ist die Gefahr von Einkaufstourismus klein», ist Williner überzeugt. Trotzdem fürchtet er Umsatzeinbussen, da das unbeschwerte Einkaufserlebnis von der Maske eingeschränkt werde.

Ab Samstag heisst es in den Luzerner Geschäften: «Masken auf».

© iStock / triocean

Detaillisten fürchten Umsatzeinbussen

«Wir werden von Mails überflutet. 90 Prozent der Mails kommt von frustrierten Detaillisten», sagt DVL Geschäftsführer Bossart. Vor allem Geschäfte, bei denen der Kundendienst im Vordergrund steht, befürchten grosse Umsatzeinbussen. «Im Kanton Zürich kam es zu Einbussen von bis zu 30 Prozent in diesen Bereichen», sagt Bossart. Die Detaillisten seien durch den Kanton regelmässig informiert worden. «Doch die Entscheidung wurde letztendlich wohl auch aufgrund des Drucks der «Grossen Geschäfte» durch den Regierungsrat gefällt worden», so Bossart.

«Da nehme ich die Regierung beim Wort»

Wie die Maskenpflicht das Einkaufsverhalten der Luzernerinnen und Luzerner verändern wird, zeigt sich in den nächsten Wochen. Die Massnahme wurde von der Regierung auf den 31. Januar 2021 befristet. Die Regierung habe in den Gesprächen mit den Detaillisten jedoch versprochen, dass bei einer positiven Entwicklung der Fallzahlen die Maskenpflicht bereits früher fallen könnte. Josef Williner hofft, dass die Regierung dieses Versprechen einhalten wird. «Da nehme ich die Regierung beim Wort.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. Oktober 2020 18:49
aktualisiert: 16. Oktober 2020 18:31