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Ärzte ohne Grenzen

Der humanitäre Helfer als Egoist

20. Oktober 2020, 20:36 Uhr
Wie selbstlos sind humanitäre Helfer? Dieser Frage stellt sich der Film «Egoisten». (Symbolbild)
© Keystone / Najim Rahim
Wenn es eine Krise im eigenen Land gibt, rückt das Leid auf der restlichen Erde in den Hintergrund. Für die fast 40'000 Menschen, die jedes Jahr weltweit für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz sind, ist das nicht so. Der Film «Egoisten» gewährt heute Dienstagabend im Kino Bourbaki einen Einblick in ihr Innerstes.

Geschieht irgendwo eine humanitäre Katastrophe, wird rege darüber berichtet. Häufig sind rasch wieder andere Themen im Vordergrund der Berichterstattung. Die Menschen, die sich Jahr für Jahr für die Menschen in Not einsetzen, stehen dabei selten im Fokus. Die Macher des Filmes «Egoisten» ändern dies. Sie stellen den 40 Protagonistinnen im Film die gleichen drei Fragen. Dabei kommen neben den Helferinnen und Helfer auch jene zu Wort, die mit ihnen Tisch und Bett teilen: die Angehörigen.

Der humanitäre Helfer als Egoist?

«Ich hätte mir in manchen Momenten gewünscht, er wäre hier gewesen», sagt die Tochter eines Helfers im Film. «Egoisten» macht deutlich, was humanitäres Engagement in den Köpfen der Beteiligten auslöst. Die Angst, dass den Angehörigen etwas geschieht. Die Angst, dass man zu Hause etwas verpasst. Und die Angst, die schrecklichen Bilder nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen. Kann ein humanitärer Einsatz, für den die eigenen Interessen, über die der Familie gestellt werden, ein selbstloser Akt sein? Dem Film gelingt es, die Komplexität des humanitären Engagements zu veranschaulichen.

Eine Helferin erzählt

Am Dienstagabend um 20.45 Uhr wir der Film «Egoisten» im Kino Bourbaki in Luzern gezeigt. Der Abend wird in Anwesenheit von Erika Widmer stattfinden. Die in Luzern wohnhafte pensionierte Pflegefachfrau steht seit 2002 regelmässig für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz, unteranderem im Jemen und Südsudan. Sie wird im Anschluss an die Filmvorführung von Ihren Erfahrungen als humanitäre Helferin erzählen.

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Quelle: tele1

Möchtest du heute Abend im Bourbaki dabei sein, ist eine Reservierung für das Corona-Contact-Tracing notwendig. Der Eintritt ist frei.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. Oktober 2020 12:46
aktualisiert: 20. Oktober 2020 20:36