Nach 26'000 Kilometer

Der «SolarButterfly» kehrt von der Europa-Tour zurück nach Luzern

Shana Meister, 17. November 2022, 06:15 Uhr
Seit vergangenem Mai sind Solarpionier Louis Palmer und sein Team mit der «SolarButterfly» in 26 europäischen Ländern unterwegs. Mit ihrem Fahrzeug besuchte das Team über hundert Klimaprojekte – auf der Suche nach einer Lösung gegen die Klimaerwärmung. Am Mittwoch ist das klimaneutrale Fahrzeug nach Luzern zurückgekehrt.

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

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Über drei Jahre und auf über 100'000 Kilometern will der Solarpionier Louis Palmer mit seinem solarbetriebenen Wohnwagen «Solar Butterfly» unterwegs sein. Das erste halbe Jahr und die ersten 26’000 Kilometer durch ganz Europa hat Palmer am Mittwoch geschafft. Das rollende Tiny House ist in Horw auf dem Campus der Hochschule Luzern eingetroffen.

Auf und Abs

Rund 150 Personen begrüssten am Mittwochmittag Louis Palmer und sein Team in Horw. Ein spezieller Tag für den Erfinder der «SolarButterfly». «Wir sind extrem froh, dass wir den ersten Teil geschafft haben und der ‹SolarButterfly› wieder heil in Luzern angekommen ist», so Palmer. Denn die Grösse des Gefährts stellte das Team mehrmals vor Herausforderungen.

So habe es mehrere Unfälle mit anderen Fahrzeugen gegeben und das Gefährt einige Schrammen davon abbekommen, welche jedoch nicht gravierend seien. Auch die Suche nach Plätzen für die Nacht und grossen Parkplätzen forderte viel Geduld.

Erfreulich war für Palmer die gute und friedliche Zusammenarbeit zwischen dem Team und den Einwohnerinnen und Einwohner der verschiedenen Länder. So zeigten sich vor allem die deutschsprachigen Länder und Osteuropa interessiert an Palmers Projekt. Nur ein einziges Land schien noch etwas misstrauisch. «Obwohl wir alle gut französisch sprechen, wurden wir nicht warm mit den Franzosen. Wir werden jedoch weiterhin versuchen, Frankreich von unserer Arbeit zu überzeugen», so Palmer schmunzelnd.

Louis Palmer ist bereits vor 14 Jahren mit einem solarbetriebenen Auto um die Welt gereist.

© LZ/Patrick Huerlimann

Klimakrise als Beweggrund

Trotz den vielen Herausforderungen erwies sich Palmers erster Teil des Projekts als Erfolg. Denn: Während der Europa-Tour besuchte die Crew rund 130 Klima-Projekte in 26 Ländern. Mit dem Ziel, durch ihren «SolarButterfly» auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Dabei blieb Palmer ein Projekt in Finnland besonders in Erinnerung. Das Projekt beinhalte eine aus Sand bestehende Batterie, welche im Sommer durch Solarenergie auf 500 Grad beheizt wurde. Der Sand speichert die Wärme und kann so ein ganzes Haus einen Winter lang beheizten, erzählt Louis Palmer. «Dies ist ein Beispiel, welches mich besonders fasziniert und zeigt, dass es Lösungen für das Klima-Problem geben würde.»

Europa war nur der Anfang

Bis im kommenden April wird der «SolarButterfly» in Luzern in einer Werkstatt für eine Amerika-Tour gewartet. Danach geht die Weltreise weiter. Louis Palmer und sein Team fahren mit der «SolarButterfly» von Luzern nach Liverpool. Von dort geht es samt Gefährt mit dem Schiff nach Halifax in Kanada, von wo es weiter durch die USA und Zentralamerika bis nach Panama geht. Die Reise endet voraussichtlich in Paris, am 10. Jahrestag des UNO-Weltabkommens im Jahr 2025.

Über 100'000 Kilometer will der Solarpionier Louis Palmer bei seiner Weltreise zurücklegen. 

© PilatusToday
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. November 2022 17:52
aktualisiert: 17. November 2022 06:15