VBL-Streit eskaliert

Drei Verwaltungsräte und Direktor bieten Rücktritt an

25. September 2020, 11:51 Uhr
Die Präsidentin des Verwaltungsrates, zwei VR-Mitglieder und der Direktor der VBL AG bieten ihre Rücktritte an. Zudem tritt ein Verwaltungsrat aus beruflichen Gründen per sofort zurück. Grund ist der Vertrauensverlust zur Stadtregierung.

«Vertrauen zwischen VBL und Stadtrat ist zerrüttet» – So beginnt die Medienmitteilung der VBL nach einer Sitzung vom Freitagmorgen. Hintergrund für die Streitigkeiten sind der mutmassliche Subventionsskandal um die VBL im Umfang von knapp 17 Millionen Franken. Die VBL fühlt sich dabei von der Stadt als Eigentümerin im Stich gelassen.

Die Stadtregierung verweigere das Gespräch mit dem Verwaltungsrat sowie seine Zustimmung zur Zahlung von 16.7 Millionen Franken an den Verkehrsverbund Luzern VVL. Zudem hat er ein Schreiben des Verwaltungsrates am 15. September 2020 ungeöffnet retourniert.

Nun hat die VBL-Verwaltung genug: Die Präsidentin, zwei VR-Mitglieder sowie der Direktor der VBL AG, Norbert Schmassman, bieten ihre Rücktritte an. «Das Verhalten des Stadtrats enttäuscht uns, das Vertrauen zwischen VR und Alleinaktionärin ist belastet», sagt Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler. «Es scheint uns deshalb richtig, unsere Rücktritte anzubieten. So kann gemeinsam besprochen werden, ob und unter welchen Voraussetzungen im Interesse der VBL das Vertrauen wieder hergestellt werden kann.»

Einzig Stadtrat Martin Merki, welcher als Vertreter der Stadt im VBL-Verwaltungsrat Einsitz nimmt, bleibt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. September 2020 10:14
aktualisiert: 25. September 2020 11:51