Grundeinkommen-Test in Luzern

«Es gibt in jeder Gesellschaft Leute, die sich versuchen durchzumogeln»

30. März 2022, 15:40 Uhr
Die Stadt Luzern soll ein wissenschaftliches Experiment mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durchführen. Dies fordert eine Initiative, die am Mittwoch mit 870 Unterschriften eingereicht worden ist. Nötig für das Zustandekommen sind 800 gültige Unterschriften.
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Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Die Initiantinnen und Initianten betrachten das bedingungslose Grundeinkommen als eine Möglichkeit, wie die Digitalisierung, der Klimawandel oder die Coronakrise bewältigt werden könnten. «Wir können nicht stillstehen, den Kopf in den Sand stecken und hoffend auf die Zukunft warten», erklären sie.

Initianten wollen Fragen beantworten

«Ich hoffe, dass wir herausfinden, wie sich das Leben von Menschen verändert, welche ein Grundeinkommen erhalten», sagt Mitinitiantin Irina Studhalter. Martin Hafen, Dozent für soziale Arbeit an der HSLU, ist überzeugt, dass nicht alle auf der faulen Haut liegen werden. «Es gibt in jeder Gesellschaft Leute, die sich versuchen durchzumogeln.» Die wesentliche Mehrheit der Leute will aber etwas zur Gesellschaft beitragen.

In einem städtischen, wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt soll das Modell getestet werden. Gemäss der Initiative soll während mindestens 36 Monaten eine Gruppe Menschen ein monatliches Grundeinkommen erhalten, unabhängig von deren Vermögen, Einkommen und Berufsstatus. Eine Gegenleistung wird nicht erwartet.

Buntes Initiativkomitee

Das Luzerner Initiativkomitee bezeichnet sich als parteiungebunden. Ihm gehören neben anderen die grüne Kantonsparlamentarierin Rahel Estermann, die grüne Stadtparlamentarierin Irina Studhalter, der parteilose frühere Ständeratskandidat Florian Studer oder der Autor und Kulturjournalist Michel Rebosura an.

Quelle: sda / PilatusToday
veröffentlicht: 30. März 2022 15:41
aktualisiert: 30. März 2022 15:41
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