Sperrung Flanierzonen

«Es ging nicht mehr anders» – Stadtrat mit drastischen Massnahmen

2. April 2020, 17:38 Uhr
Nebst dem Quai und dem Inseli sind auch Teile des Europaplatzes abgesperrt. (Archivbild)
© Keystone SDA
Luzern sperrt ab Samstag Quai, Europaplatz und Inseli. Der Luzerner Stadtrat reagiert damit auf die grossen Menschenmassen im öffentlichen Raum: Weil sich bei schönem Wetter immer noch zu viele Leute am selben Ort bewegen, sind verschiedene Plätze und Flanierzonen ab Samstag gesperrt.

Trotz der Empfehlung des Bundes zu Hause zu bleiben, schlendern bei den frühlingshaften Temperaturen nach wie vor viele Menschen durch die Stadt Luzern. In Anbetracht dessen, dass es am kommenden Wochenende wieder warm und schön werden wird, hat die Stadtregierung nun entschieden, gewisse öffentliche Plätze und Flanierzonen ab Samstag zu sperren. Dies betrifft den Quai, den Europaplatz und das Inseli. Zudem werden auf dem Schweizerhofquai rund 30 Sitzbänke abgebaut, um den Anreiz für ein längeres Verweilen zu senken und dadurch unerwünschte Ansammlungen weitestmöglich zu vermeiden.

Der Plan mit eingezeichneten gesperrten öffentlichen Räumen, ab Samstag 4. April
© Stadt Luzern

Zudem ruft die Luzerner Stadtregierung die Bevölkerung nochmals dazu auf, grundsätzlich zu Hause zu bleiben und sich an die Regeln des Bundes und des Kantons zu halten. Insbesondere in Bezug auf das Verbot von Ansammlungen von mehr als fünf Personen sowie auf das Achten der Abstandsregel von mindestens zwei Metern.

Polizei wird die Massnahmen überprüfen

Wie die Stadt Luzern weiter mitteilt, wird die Luzerner Polizei die geltenden Massnahmen im Rahmen der Patrouillentätigkeit überprüfen. Man hoffe sehr, dass mit diesen Massnahmen die Ausbreitung des Coronavirus weiter abgeschwächt werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein oder sollten sich die Menschenansammlungen auf andere Plätze in der Stadt verschieben, müsse man weitergehende Einschränkungen prüfen.

Stadtpräsident Beat Züsli hofft auf Akzeptanz auf Seiten der Bevölkerung.

© PilatusToday

«Es braucht jetzt Durchhaltewillen und Disziplin»

«Mir ist bewusst, dass die Leute an diesen schönen Tagen gerne rausgehen würden», so Stadtpräsident Beat Züsli. «Aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen.» Er hofft bei den Massnahmen auf Akzeptanz aus der Bevölkerung. «Wir haben auch schon Rückmeldungen erhalten von Leuten, die sich aufregten, weil sie Zuhause geblieben sind und andere nicht.»

Was es jetzt brauche, sei Durchhaltewillen und Disziplin von allen. «Wir haben relativ lange gewartet und wollten die öffentlichen Plätze so lange wie möglich offen lassen. Aber jetzt ging es nicht mehr anders.»

Dies wegen Tagen wie letzten Samstag, als der Quai voll von Spaziergängern war. «Am besten ist immer noch, einfach zu Hause zu bleiben», so der Stadtpräsident. «Wer unbedingt rausgehen muss, der soll an Orte, an denen es nicht viele Leute hat.»

Wie lange die Sperrung der Flanierzonen dauern wird, hat der Stadtrat noch nicht entschieden. «Wir werden die Lage stetig beobachten und uns an den weiteren Entscheidungen des Bundesrates orientieren», so Züsli.

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Quelle: PilatusToday

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. April 2020 14:00
aktualisiert: 2. April 2020 17:38