Journalistin verurteilt

Fall Gundula: Hausfriedensbruch wäre nicht nötig gewesen

25. September 2020, 10:16 Uhr
Vor mehr als vier Jahren wurde die Bodum-Villa an der Obergrundstrasse 99 von einer Gruppe namens «Gundula» besetzt. Die Journalistin Jana Avanzini machte sich damals illegalerweise ein Bild vor Ort. Das Gericht hat nun das Urteil begründet.
2016 wurde die damalige Bodum-Villa von der Gruppe «Gundula» besetzt.
© Boris Bürgisser / Luzerner Zeitung
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Zwar bestätigte das Gericht, dass ein öffentliches Interesse daran bestand, über die Hausbesetzung zu informieren. Die Medienfreiheit sei ein «wesentlicher Faktor für das Funktionieren eines Rechtsstaats» und auch in der regionalen Medienarbeit hochzuhalten.

Mit dem Betreten der Villa habe Jana Avanzini aber Hausfriedensbruch begangen. Nach Einschätzung des Gerichts wäre die Straftat nicht nötig gewesen, um über den Fall zu berichten. Da sich Avanzini der Illegalität aber vermutlich nicht bewusst war, geht das Kantonsgericht von einem leichten Verschulden aus. Die Journalistin erhält eine Busse von 500 Franken. Die Firma Bodum hatte eine viel höhere Busse von «mindestens 20 Tagessätzen» gefordert.

Die zusätzlich anstehenden Verfahrenskosten belaufen sich auf fast 12'000 Franken. Ob Avanzini das Urteil akzeptiert, ist noch offen. «Wir werden die Begründung jetzt studieren und im Anschluss entscheiden, ob wir in Berufung gehen», sagte Avanzini gegenüber ihrem früheren Arbeitgeber «zentralplus».

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. September 2020 09:39
aktualisiert: 25. September 2020 10:16