Urteil ist rechtskräftig

«Familie Eichwäldli» hat keinen Hausfriedensbruch begangen

Sophie Müller, 15. November 2022, 09:42 Uhr
Die Bewohnerinnen und Bewohner der Soldatenstube in der Stadt Luzern haben keinen Hausfriedensbruch begangen. Nachdem die Stadt Luzern den Freispruch des Bezirksgerichts akzeptiert hat, verzichtet nun auch die Luzerner Staatsanwaltschaft auf einen Weiterzug.
«Familie Eichwäldli» wurde Hausfriedensbruch vorgeworfen.
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Zwischen November 2019 und Mai 2021 hat die «Familie Eichwäldli» in der Soldatenstube in der Stadt Luzern gelebt. Bevor das Gebäude abgerissen wurde, nahm die Luzerner Polizei zehn Personen fest. Zwei von ihnen wurden per Strafbefehl verurteilt. Die anderen acht, welche den Strafbefehl nicht akzeptierten, sprach das Gericht frei vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs.

Beitrag über den Abriss der Soldatenstube

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Weil die Bewohnerinnen und Bewohner sich fast ein halbes Jahr gewehrt hatten, das Grundstück zu verlassen, hatte die Stadt Luzern Strafanzeige eingereicht. Wie sie vergangene Woche bekannt gab, akzeptiert sie den Freispruch des Bezirksgerichts. Auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1 teilt nun auch die Luzerner Staatsanwaltschaft mit, dass sie das Urteil nicht ans Kantonsgericht weiterzieht.

Beschuldigte erhalten Genugtuung für Polizeihaft

Die «Familie Eichwäldli» ist also freigesprochen. Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. Für die Polizeihaft spricht das Gericht sämtlichen Beschuldigten eine Genugtuung von 200 Franken zu. Dazu kommen Anwaltskostenentschädigungen von rund 6000 Franken, Gerichtskosten von 4000 Franken und Aufwände für Vorverfahren von 6490 Franken.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. November 2022 09:34
aktualisiert: 15. November 2022 09:42