Stadt Luzern

Fast 400 Parkplätze sollen vom Bahnhof an den Stadtrand verschoben werden

16. Mai 2022, 13:58 Uhr
Wegen des Durchgangsbahnhofs muss das Bahnhof-Parking P1 weichen. Stadt und Kanton wollen es nicht ersetzen – sondern suchen am Stadtrand nach neuen Parkiermöglichkeiten.
Einfahrt Parking Bahnhof Luzern
© NEUE LZ/FABIAN BIASIO

Der Bau des Durchgangsbahnhofs hat auch Auswirkungen auf das Parkplatzangebot beim Bahnhof: Genau dort, wo heute das Bahnhof-Parking P1 steht, werden ab 2030 die Perrons für den unterirdischen Bahnhof gebaut. Damit fallen 377 Parkplätze weg. Bestehen bleiben nur noch die Parkhäuser P2 und P3 mit insgesamt 523 Parkplätzen.

Die Frage, ob und wie die 377 wegfallenden Parkplätze ersetzt werden, erhitzte in jüngster Zeit die Gemüter, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Die Stadt liess zwei Studien erstellen, welche den künftigen Parkplatz-Bedarf am Bahnhof untersuchen sollten. Das Resultat: 2040, im Eröffnungsjahr des Durchgangsbahnhofs, wird der Bedarf an Parkplätzen gleich gross sein wie heute – oder je nach Szenario sogar noch leicht höher.

Fast 1700 Parkplätze rund um den Bahnhof

Demnach müsste das wegfallende Parking P1 kompensiert werden. Doch die Stadt hat andere Pläne. «Wir sind uns einig, dass das P1 nicht ersetzt werden soll», sagt Roland Koch, städtischer Projektleiter Durchgangsbahnhof. Im Bericht und Antrag «Durchgangsbahnhof Phase 2» werden die Gründe erläutert: So gebe es im Umkreis von 500 Metern um den Bahnhof heute fast 1700 Parkplätze in Parkhäusern. Dies relativiere die Zahl von 377 Parkplätzen, die im P1 wegfallen.

Zudem wolle man sich nicht allein an der Nachfrage orientieren, betont Roland Koch: «Egal wieviele Parkplätze wir anbieten – an einem solch zentralen Ort wie dem Bahnhof wären sie immer gut besetzt.» Doch die Verkehrskapazität des Bahnhofsgebiets sei nun einmal beschränkt. «Deshalb wollen wir angebotsorientiert planen, und nicht nachfrageorientiert», so Koch.

Auch der Kanton will kein neues Parking am Bahnhof

Das bedeutet: Es werden soviele Parkplätze angeboten, wie die Stadt als sinnvoll und verträglich erachtet. Dieses Vorgehen sei mit dem Kanton abgesprochen, sagt Koch. Paloma Meier, Sprecherin des kantonalen Baudepartements, bestätigt dies gegenüber der Zeitung: «Regierungs- und Stadtrat sind sich einig, dass der Ersatz des P1 im unmittelbaren Bahnhofsumfeld nicht möglich ist.»

Einig sind sich Stadt und Kanton aber auch, dass die wegfallenden Parkplatzkapazitäten anderswo kompensiert werden sollen – nicht am Bahnhof, sondern «in bestehenden oder geplanten Parkhäusern am Stadtrand», wie der Stadtrat schreibt. Wichtig sei, dass man von diesen Parkplätzen schnell in die Innenstadt gelangt, entweder zu Fuss oder mit dem öV. Allerdings: Parkhäuser, welche diese Kriterien erfüllen, gibt es aktuell kaum. Gut ans öV-Netz angeschlossen ist etwa das Parkhaus Mattenhof. Doch ein Ausbau der dortigen Parkplätze würde die Verkehrsprobleme in Luzern Süd noch verstärken.

Parkhaus Musegg würde Kriterien erfüllen

Das Kriterium «Innenstadt in Fussdistanz» würde das geplante, aber hoch umstrittene Parkhaus Musegg erfüllen. Es hätte zudem den Vorteil, dass es nahe beim Autobahnanschluss Luzern-Zentrum liegt, wodurch sich der Mehrverkehr in Grenzen hielte. Das Parkhaus Musegg war vom Stadtparlament faktisch für tot erklärt worden. Doch ein Gutachten im Auftrag der Stadt zeigte, dass es zumindest für die Carparkierung eine gute Lösung wäre. Mit dem Wegfall des Bahnhofparkings könnte nun auch eine beschränkte Anzahl Autoparkplätze im Rahmen des Musegg-Projekts wieder auf den Tisch kommen.  

Reservierte Parkplätze für KKL & Co?

Zurück zum Bahnhof: Für die Stadt sei trotz allem wichtig, dass wichtige Institutionen wie KKL, SGV oder die Bahnhof-Klinik Hirslanden auch mit reduziertem Parkplatzangebot gut mit dem Auto erreichbar bleiben. Eine Möglichkeit wäre gemäss Stadtrat, dass ein Teil der verbleibenden Parkplätze im P2 und P3 für diese Institutionen reserviert wird. Details dazu müsse man mit KKL & Co. dann aushandeln.

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 16. Mai 2022 15:45
aktualisiert: 16. Mai 2022 15:45
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