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Busse wegen Cupfeier

FCL bereut Feier nicht: «Ich glaube, wir würden es wieder genau gleich machen»

Tobias Hotz, 24. August 2021, 22:40 Uhr
FCL-Präsident Stefan Wolf muss wegen der Cupfeier im Frühling eine Busse von 7'000 Franken bezahlen. Die Staatsanwaltschaft bemängelt vor allem, dass sich die Mannschaft unnötig lange den Fans auf dem Balkon präsentierte. Der FCL hält die Durchführung der Feier weiterhin für die richtige Entscheidung.
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Quelle: PilatusToday

Rund 10'000 Fans feierten am 24. Mai den Cupsieg des FC Luzern. Die Mannschaft liess sich auf dem Balkon der Messehalle feiern. Die Staatsanwaltschaft Luzern kommt nun zum Schluss, dass die Mannschaft den Applaus der Fans zu lange genoss. Daher wurde laut der Staatsanwaltschaft Luzern aus einer spontanen Cupfeier eine «Gross-Veranstaltung» ohne Bewilligung. «Die Präsentation auf dem Balkon hat knapp 90 Minuten gedauert. Wir sind der Meinung, das war übermässig und unnötig lange», sagt Simon Kopp, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Luzern. Auch die Installation der Musikanlage inklusive Mikrofons führe dazu, dass der Anlass als «Gross-Veranstaltung» zu deklarieren ist.

Dass aus der «spontanen Cupfeier» nur wegen der langen Spielerpräsentation und der installierten Musikanlage eine «Gross-Veranstaltung ohne Bewilligung» wurde, erstaunt schon etwas. Am Tag nach der Cupfeier auf der Luzerner Allmend hatte der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli gegenüber PilatusToday und Tele 1 nämlich gesagt, dass er an der Organisation der Feier beteiligt war. «Ja, es ist so, dass ich natürlich Kontakt mit der Messe hatte oder mit dem Chef der Messe, um zu schauen, ob es für sie auch möglich ist, das zuzulassen.»

Dabei habe man die Verantwortlichkeiten geklärt. Allerdings sagte Beat Züsli auch: «Es war etwas, glaube ich, im Sinne des FC Luzern, der Stadt und auch der Polizei, dass wenn so eine Feier entsteht, das einigermassen geregelt ablaufen kann.»

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Quelle: PilatusToday

Staatsanwaltschaft nimmt nur FCL in Verantwortung

Für die Staatsanwaltschaft ist der Hauptverantwortliche für die unbewilligte Feier dennoch FCL-Präsident Stefan Wolf. Wegen der Durchführung einer verbotenen Veranstaltung wird er mit einer Busse von 7'000 Franken bestraft. Zudem muss er die Verfahrenskosten bezahlen. Gegen Beat Züsli oder die Messe Luzern AG gab es keine Anzeige.

Der FCL akzeptiert den Entscheid der Staatsanwaltschaft und zieht das Urteil nicht weiter. Grosse Einsicht, dass die Durchführung der Cupfeier falsch war, bedeutet dies aber nicht. Auf die Frage, ob die Feier im Nachhinein eine schlechte Idee war, antwortet FCL-Präsident Stefan Wolf: «Nein, überhaupt nicht. Ich glaube, wir würden es wieder genau gleich machen und genau gleich entscheiden.» Es sei die einzige Möglichkeit gewesen die Mannschaft in einem geordneten Rahmen den Fans zu präsentieren.

FCL verletzte Corona-Regeln bewusst

Beim FCL ist man über die Busse nicht überrascht. «Wir wussten, dass gewisse Konsequenzen auf uns zu kommen werden», sagt Stefan Wolf. Man sei sich bewusst gewesen, dass man damit Corona-Regeln verletzt. «In diesem Moment waren wir uns das bewusst. Dafür möchten wir uns auch entschuldigen», so der FCL-Präsident. «Wenn wir nichts gemacht hätten, wäre es noch viel schlimmer herausgekommen.»

Im Nachgang bedauert man beim FCL einzig, dass man die Mannschaft nicht früher vom Balkon geholt habe. «Auch dass wir die Mannschaft nicht darauf hingewiesen haben, dass sie eine Maske tragen soll», erläutert Wolf weiter. Ebenso hätte man die anwesenden Fans besser auf die geltenden Corona-Regeln aufmerksam machen sollen.

Keine Bussen für Einzelpersonen

Für die anwesenden Fans gibt es definitiv keine Bussen wegen allfälligen Verletzungen der Corona-Regeln. «Einzelne Personen, die vor Ort waren und beispielsweise keine Maske trugen, werden nicht bestraft», so Simon Kopp von der Staatsanwaltschaft. Die Polizei sei damals vor Ort und hat entschieden, dass eine Busse nicht verhältnismässig sei. «Dies sei es auch im Nachhinein nicht.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. August 2021 14:54
aktualisiert: 24. August 2021 22:40