Luzern

Franz Grüter und die SVP wollen zurück zur Normalität

Irene Müller, 2. April 2020, 12:42 Uhr
Nationalrat Franz Grüter fordert Schutzmasken für alle, damit die Wirtschaft allmählich wieder hochgefahren und der finanzielle Schaden in Grenzen gehalten werden kann.
© ZVG
Am Dienstag hat die SVP bekannt gegeben, dass sie die wirtschaftliche Eindämmungspolitik überwinden möchte und die Schweiz baldmöglichst wieder zur Normalität zurückfinden sollte. Auch der Luzerner Nationalrat Franz Grüter ist gegen eine Verlängerung des Notrechts.

«Momentan machen wir laut einer Schätzung der Nationalbank 15 Milliarden Franken Verlust pro Monat. Da kann man es sich selbst ausrechnen, wie weit das 42-Milliarden-Paket reichen wird», so Franz Grüter. Dennoch hilft er uns auf die Sprünge: «Nach zweieinhalb bis drei Monaten ist das Geld spätestens aufgebraucht und der Bund müsste ein weiteres Notpaket schnüren.»

Doch damit nicht genug. Die fatalste Folge eines so langen Lockdowns wäre «eine enorme Arbeitslosigkeit, viele Firmen, die Konkurs gehen würden und die Schweiz in eine tiefe Rezession stürzen würden.»

Jeder fünfte Arbeitnehmer bereits von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen

Um dieses Szenario mit allen Mitteln zu verhindern, hätten er und seine Parteikollegen ihre Forderungen für eine möglichst baldige Rückkehr zur Normalität bereits jetzt platziert. «Wir stehen voll und ganz hinter dem Bundesrat und seinem Notfallplan», so Grüter. «Doch mit der Hilfe von Schutzmasken sollten wir ab dem 20. April schrittweise zur Normalität zurückfinden.»

Das würde bedeuten: Läden, Schulen und Restaurants, die die Hygienemassnahmen einhalten, würden bereits wieder öffnen. «Bereits jetzt ist jeder fünfte Schweizer arbeitslos oder von Kurzarbeit betroffen», warnt Grüter. Deshalb dürfe man nicht zu lange warten.

Doch was ist mit der Warnung von Bundesrat Berset, dass die Krise nicht vor Mitte Mai überstanden sein werde? «Ich glaube auch nicht, dass sich die Lage bis dann beruhigen wird», so Grüter. Der Schutz der Menschen stehe weiterhin im Zentrum. Und um diesen zu gewährleisten, brauche es eben Schutzmasken.

Der Präsident der SP Kanton Luzern David Roth vertraut lieber den Medizinern anstatt der SVP. (Archivbild)

David Roth: «Sollten auf Mediziner vertrauen»

Der Präsident der SP Luzern David Roth ist da anderer Meinung: «Wir sollten nicht Franz Grüter und Martullo Blocher die medizinische Arbeit machen lassen, sondern die Mediziner.» Diese hätten bislang gesagt, Schutzmasken seien weitgehend nutzlos, wenn nicht sogar kontraproduktiv. Das Ziel von Grüter und Martullo Blocher sei klar: «Sie wollen vorgeben, dass mit Schutzmasken die Leute sicher seien und wieder voll arbeiten können, egal ob das stimmt oder nicht.»

Roth setzt noch einen drauf: «Dafür nehmen sie in Kauf, dass die Gesundheit der Menschen aufs Spiel gesetzt wird.» Das wiederum sei typisch für eine Partei deren einzige Sorge sei, dass ihre Milliardäre sich allenfalls keine Dividende ausbezahlen können im nächsten Jahr.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. April 2020 11:56
aktualisiert: 2. April 2020 12:42