180 Bäume gefällt

Gefährlicher Käfer breitet sich in Zell aus

22. November 2022, 07:52 Uhr
Innert weniger Jahre kann er Laubbäume und Sträucher zum Absterben bringen. Jetzt hat er sich in der Luzerner Gemeinde Zell eingenistet: der Asiatische Laubholzbockkäfer. Kanton und Bund reagieren.
180 Bäume mussten in Zell wegen Asiatischen Laubholzbockkäfern gefällt werden. (Archivbild)
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
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180 Bäume mussten im Kanton Luzern wegen des Käfers bereits gefällt werden. 75 davon waren nachweislich betroffen, die anderen mussten mit Verdacht oder vorsorglich gefällt werden, schreibt das Bundesamt für Umwelt. Bei einer Analyse des gefällten Holzes zeigte sich, dass sich der Asiatische Laubholzbockkäfer wohl bereits seit sechs Jahren in Zell eingenistet hat. Es ist gemäss Angaben des Bundes der bisher grösste Befall durch den Käfer in der Schweiz.

Betroffenes Holz wird gehäckselt und verbrannt

Der Kanton Luzern hat mit der Abholzung auf den Befall reagiert. Allerdings ist die Bekämpfung aufwendig und nicht mit dem Baumfällen getan. Seit der Käfer Mitte August erstmals entdeckt wurde, standen Suchteams mit Spürhunden und Baumpflegespezialisten im Einsatz, um das Ausmass des Befalls zu ermitteln, schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Das Holz der gefällten Bäume wurde gehäckselt und anschliessend in einer Anlage zur Energiegewinnung verbrannt.

Ein von Asiatischen Laubholzbockkäfer befallener Baum in Zell.

© Kanton Luzern

Fangbäume im Einsatz

Die Bäume im Umkreis von rund zwei Kilometern müssen nun während vier weiteren Jahren regelmässig kontrolliert werden. Für die Kontrollen werden unter anderem zwölf sogenannte Fangbäume eingesetzt. Damit sollen vor allem jene Käfer gefangen werden, die in einem Baum gelebt hatten, der inzwischen gefällt wurde und auf der Suche nach einer neuen Lebensgrundlage sind.

Solche Fangbäume sind derzeit in Zell im Einsatz.

© Kanton Luzern

Diese Methode sei bislang erfolgreich: «Wir konnten schon einige Käfer von den Fangbäumen ablesen», sagt Miguel Zahner, zuständiger Einsatzleiter beim Kanton Luzern. Spätestens nach eineinhalb Jahren würden die Fangbäume dann angeschaut und vernichtet.

Auch ein Schutzwald befallen

Die bisher gefällten Bäume sind allerdings nur ein Teil des grossen Laubholzbockkäfer-Befalls in Zell. Ein Schutzwald in der Nähe ist laut Angaben des Kantons Luzern ebenfalls betroffen. Dort ist bislang nicht klar, wie vorgegangen werden soll. Experten analysieren die Situation derzeit mit dem Ziel, die Schutzfunktion des Waldes möglichst zu erhalten.

Bevölkerung soll helfen

Um Herr über die Plage der Asiatischen Laubholzbockkäfer zu werden, appelliert der Kanton Luzern auch an die Bevölkerung. Nur dank der Aufmerksamkeit der Einwohnerinnen und Einwohner sei es überhaupt möglich, die Käfer loszuwerden. Dazu werde die Bevölkerung auch laufend über die Situation und das Problem informiert. Für Mensch und Tier ist der Käfer jedoch nicht gefährlich.

(yap)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. November 2022 10:50
aktualisiert: 22. November 2022 07:52