Stadtlauf

Gegen 1500 Läufer nahmen an virtuellem Stadtlauf teil

Martina Odermatt, 26. April 2020, 19:20 Uhr
Rund 1500 Leute haben am Luzerner Stadtlauf teilgenommen. Symbolbild
© pixabay
Zum ersten Mal wurde der Luzerner Stadtlauf aufgrund des Coronavirus virtuell durchgeführt. Das Konzept überzeugte, wie die Zahlen zeigen.

Es mag etwas ungewohnt sein, einen virtuellen Stadtlauf zu absolvieren. Und doch funktioniert das Konzept, wie sich dieses Wochenende gezeigt hat. Rund 1500 Leute haben sich auf der App «Virace» eingeloggt und sind ihre Strecke für den Luzerner Stadtlauf gerannt.

Eine erfreuliche Zahl, findet Andreas Grüter, Geschäftsleiter des Luzerner Stadtlaufs. «Wir haben nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet.» Anfangs gab es kritische Stimmen, die befürchteten, dass sich durch die festgesetzten Startzeiten viele Läufer an den gleichen Orten, etwa dem Rotsee, aufhalten würden. Dem sei aber nicht so gewesen, sagt Grüter gegenüber Pilatustoday. «Ich war selber auch am Rotsee, und es hatte gleich viele Jogger unterwegs wie sonst auch.»

Teilnahmen aus Neuseeland und Deutschland

Die virtuelle Ausführung per App ermöglichte die Teilnahme auch Leuten, die sonst nicht mitmachen könnten. So habe es etwa Registrierungen aus Neuseeland oder Deutschland gegeben, so Grüter. Und auch aus anderen Kantonen haben sich Leute angemeldet. «Vielleicht kommen diese Leute ja das nächste Mal für den echten Lauf nach Luzern», sagt Grüter und schmunzelt.

Kein Luzerner Stadtlauf, das bedeutet auch: Keine Startnummern, keine Zielgeraden, kein direkter Vergleich und keine Fans, die einen hinter der Absperrung anfeuern und klatschen. Doch die Luzernerinnen und Luzerner sind durchaus kreativ, wie sich zeigt: «Ich erhalte viele Fotos von Familien, die selber Medaillien oder Startnummern basteln. Die Kinder freuen sich besonders, dass sie rausgehen und etwas machen können.»

App könnte künftig als Vorbereitung genutzt werden

Ein bisschen wird das Stadtlauf-Feeling also doch gelebt. Den richtigen Stadtlauf ersetzt die virtuelle Version natürlich nicht. Grüter hofft, dass der Lauf das nächste Jahr wieder in seiner ursprünglichen Form durchgeführt werden kann. Die App solle dann vielleicht zu Trainingszwecken gebraucht werden können. «Die Hauptmotivation ist und bleibt der reale Stadtlauf. Wir werden dann auswerten, wie wir die App in Zukunft nutzen können. Vielleicht kann man sie ja als Vorbereitung zum realen Stadtlauf brauchen.»

Übrigens: Auch wenn die Zeit per App gemessen wird, die Strecke ist frei wählbar. Ob sich jemand eine anspruchsvollere Route aussucht, oder den Hügel runterrennt, wird nicht überprüft. Die Resultate 1:1 zu vergleichen, sei deshalb nicht möglich, auch wenn es gewisse Kontroll-Mechanismen gebe. Aber Grüter sagt zu Recht: «Es geht ja hauptsächlich ums Mitmachen.»

Beitrag vom Tele 1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. April 2020 11:58
aktualisiert: 26. April 2020 19:20