Durchgangsbahnhof Luzern

Geplanter Velotunnel soll verschoben werden

16. Mai 2022, 13:17 Uhr
Die Luzerner Stadtregierung will auf den geplanten Velotunnel beim Bahnhof verzichten, weil er nicht mit dem Projekt des Durchgangsbahnhofs kompatibel sei. Stattdessen möchte er eine neue Fuss- und Velounterführung weiter südlich realisieren. Dies hat die Stadtregierung am Montag publik gemacht.
2019 sagte Luzern Ja zum Projektierungskredit für den Velotunnel, nun will die Stadtregierung auf ihn verzichten. (Archivbild)
© Keystone/URS FLUEELER

Um mehr Farradparkplätze am Bahnhof Luzern zu machen, hätte der Velotunnel an der Habsburgerstrasse verlängert werden sollen. Die Stadtregierung ging davon aus, dass dieser Plan eine Vorinvestition für den Durchgangsbahnhof darstellt. Dies ist nun nicht so, heisst es im Bericht und Antrag, in dem die Stadtregierung die politischen Stossrichtungen für die weitere Planung in Bezug auf den Durchgangsbahnhof Luzern festlegt.

Bereits bei der Bewilligung des Sonderkredits für die Planung des Velotunnels war klar, dass dieser künftig von der SBB als Zugang zu den Zügen benötigt wird. Die aktuellen Planungen zum Durchgangsbahnhof zeigten nun aber, dass die SBB den Zugang nicht über eine Rampe vorsehe.

Weiter müsse die Unterführung breiter werden, sagte Massimo Guglielmetti, SBB Programmleiter des Durchgangsbahnhof. «Die Fahrräder haben so keinen Platz mehr.» Wegen diesen Gründen sei unklar, ob sich die SBB noch weiter bei den Kosten beteiligen könne, schreibt die Stadtregierung.

Neuer Standort soll geprüft werden

Eine Studie zeige aber, dass eine neue Fuss- und Veloverbindung weiter südlich möglich wäre. Die Stadtregierung will dieses Projekt weiterverfolgen. «Durch diese Verschiebung mehr südlich, würden gute Synergien mit dem Durchgangsbahnhof entstehen», so Manuela Jost, Baudirektorin der Stadt Luzern.

Die Unterführung würde mit einer Rampe von der Waldstätterstrasse unter den Gleisen hindurch ins Tribschenquartier führen. Die Vertiefungsstudie zeige zudem, dass in der Personen- und Velounterführung Bahnhof Süd allenfalls eine Velostation realisiert werden könnte.

Für ein entsprechendes Vorprojekt beantragt der Stadtrat 2 Millionen Franken. Dieses soll spätestens bis Ende 2023 vorliegen. Die Gesamtkosten werden auf 44,4 Millionen Franken geschätzt. Mit der SBB werde über die Mitfinanzierung verhandelt und die Planung des Velotunnels erfolgt gemeinsam, wie Massimo Guglielmetti sagt. «Der Velotunnel mehr südlich ist eine gute Lösung», so Guglielmetti.

Bislang eine halbe Million ausgegeben

Im Oktober 2019 hatte das Stadtluzerner Stimmvolk einen Kredit von 1,27 Millionen Franken für die Projektierung des Velotunnels genehmigt, nachdem das Referendum gegen den Parlamentsentscheid ergriffen worden war.

Dieser Projektierungskredit soll voraussichtlich 2023 abgerechnet werden, schreibt die Stadtregierung. Die Arbeiten wurden Anfang 2022 eingestellt. Für die bisherigen Projektierungsarbeiten seien rund 0,53 Millionen Franken ausgegeben worden.

Knapp 7 Millionen beantragt

Die nächsten Jahre seien für das Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof ausschlaggebend, schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung an das Parlament in dem er zudem definiert, in welche Richtung die Räume im Bahnhofsumfeld bei den Planungen zusammen mit den Partnern aus städtischer Sicht weiterentwickelt werden sollen.

Er beantragt denn auch Kredite für die Planungen der Entwicklungen der entsprechenden Gebiete und die Begleitung von Partnerprojekten. Insgesamt sind es finanzielle und personelle Ressourcen von 6,9 Millionen Franken.

Voraussichtlich 2027 wird das Bundesparlament darüber befinden, ob der Durchgangsbahnhof ab zirka 2030 realisiert werden kann. Die Kosten für den neuen Bahnhof werden auf 2,4 Milliarden Franken geschätzt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Mai 2022 12:43
aktualisiert: 16. Mai 2022 13:17
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