Luzern

Gesprengter Drogenring agierte «hochprofessionell» und testete Drogen selbst

28. April 2022, 19:46 Uhr
Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben in Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden einen professionellen Drogenring ausgehoben. Neun Personen wurden festgenommen. Sieben Männer und zwei Frauen werden beschuldigt, dass sie in der Zentralschweiz einen organisierten Drogenhandel betrieben haben.
Luzerner Polizei sprengt Drogenring
© PilatusToday

Kokain, Heroin, Marihuana, Waffen von Schlagring bis Luftdruckpistole und 100'000 Franken Drogengeld: Was für ein Fund der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden. In einer koordinierten Aktion mit der Bundeskriminalpolizei und der Bundesanwaltschaft haben die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden einen Drogenring ermittelt und zerschlagen.

Bei Hausdurchsuchungen wurde mutmassliches Drogengeld in der Höhe von rund 100'000 Franken sichergestellt.
© Luzerner Staatsanwaltschaft

Drogenring wurde über längere Zeit beobachtet

Insgesamt neun Personen wurden festgenommen, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft mitteilt. Dabei handelt es sich um drei Hauptbeschuldigte und einen Kurier. «Es gibt drei Haupttäter, die alles organisiert und koordiniert haben. Sie haben die Drogen im Ausland bestellt, sie geholt und transportiert», präzisiert Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft. Die Männer stammen aus der Schweiz und Albanien. Die Verantwortlichen wurden im Dezember 2020 und im März 2021 von der Luzerner Polizei festgenommen.

Der Drogenring soll laut Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, über längere Zeit beobachtet und langsam ausfindig gemacht worden sein. «Wir haben an einem Punkt angefangen und dann gemerkt, dass weitere Personen involviert sind. So kommt man von einer Person zur nächsten, die in die Geschäfte involviert ist», erklärt Kopp. Man habe auch mit Personen gesprochen, die Drogen konsumiert und von den Beschuldigten gekauft haben. «Solche Ermittlungen brauchen Zeit. Heute können wir sagen: Das war eine hochprofessionelle Organisation.»

Täter führten Qualitätskontrollen durch

Wie professionell die Beschuldigten waren, das zeigt auch das Vorgehen der Beschuldigten. «Es gab zum Beispiel Qualitätskontrollen. Die Dealer haben die Drogen getestet, ausprobiert und sie zum Teil auch zurückgeschickt, wenn die Qualität nicht gut genug war», so Kopp.

Die Polizei hat 13 Hausdurchsuchungen durchgeführt, welche zum grössten Teil in der Stadt Luzern und der Agglomeration durchgeführt wurden. Dabei wurden 531 Gramm Kokain, 128 Gramm Heroin, 48 Gramm Marihuana, Streckmittel, Waffen und mutmassliches Drogengeld in der Höhe von rund 100'000 Franken sichergestellt.

Die Ermittlungen führte die Luzerner Polizei zusammen mit der Bundeskriminalpolizei und der Bundesanwaltschaft. «Die Ermittlungen laufen sowohl auf Bundes- wie auch auf kantonaler Ebene. Die nationale Behörde beschäftigt sich damit, wie die Leute funktionieren und wo sie tätig sind. Die Behörde, in deren Kanton die Täter aktiv sind, ist im Lead bei den Ermittlungen. Der Bund unterstützt und hilft dieser Behörde.»

Verantwortliche in Albanien noch nicht festgenommen

Hat man auch die Verantwortlichen in Albanien gefasst, die die Drogen organisiert haben? Simon Kopp verneint. «Primär werden die Täter hier zur Rechenschaft gezogen, die hier tätig sind. Das ist uns gelungen.» Erkenntnisse würden auch an andere Länder weitergegeben. Bislang habe man die Verantwortlichen in Albanien aber noch nicht festgenommen.

Den Drogendealern wird vorgeworfen, dass sie in der Zeit von April 2020 bis Dezember 2020 mit 10 Kilogramm Kokain und 600 Gramm Heroin gehandelt haben. Die Drogen wurden aus Albanien importiert und in der Zentralschweiz verkauft. Mehrere Beschuldigte befinden sich im vorzeitigen Strafvollzug. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Auch Waffen haben die Strafuntersuchungsbehörden bei den Hausdurchsuchungen gefunden.
© Luzerner Staatsanwaltschaft

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. April 2022 10:02
aktualisiert: 28. April 2022 19:46
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