Kriens

Grüne Überraschung und Schlappe für die Bisherigen

Raffaele Keller, 30. März 2020, 22:28 Uhr
Maurus Frey, hier mit Radio Pilauts Redaktorin Carmen Zettel. (Archivbild, März 2019)
Einzig Maurus Frey (Grüne) schafft es überhaupt im ersten Wahlgang in die Krienser Stadtregierung. Alle anderen Kandidierenden verpassen das absolute Mehr.

Maurus Frey (Grüne) erreicht mit 3'629 Stimmen als Einziger der 8 Kandidierenden das absolute Mehr im ersten Wahlgang. Er ist damit in die Krienser Stadtregierung gewählt. Alle Bisherigen haben die Wiederwahl im ersten Wahlgang nicht geschafft, wie die Stadt Kriens mitteilt.

Das absolute Mehr lag bei 3'489 Stimmen. Auf den weiteren Plätzen folgen Cla Büchi (SP) mit 3'321 Stimmen, Roger Erni (FDP) mit 3'175 Stimmen und wiederum von der SP Judith Luthiger mit 3'164 Stimmen. Weniger als 3'000 Stimmen erreichten Marco Frauenknecht (SVP), Lothar Sidler (CVP), Franco Faé (CVP) und mit den wenigsten Stimmen Matthias Senn (FDP).

Sämtliche bisherigen Kandidaten und drei der vier Herausforderer müssen nun also in den zweiten Wahlgang. Aufgrund der Coronavirus-Situation ist im Moment noch nicht klar, wann dieser durchgeführt wird.

Die Wahlbeteiligung in Kriens lag bei 37 Prozent.

Reaktionen auf die Ergebnisse

Wie Matthias Senn gegenüber unserer Redaktion bestätigt, wird er für einen zweiten Wahlgang zur Verfügung stehen, obwohl sein Parteikollege Roger Erni über 700 Stimmen mehr erhielt. Ob die FDP jedoch überhaupt wieder mit zwei Kandidaten antreten wird, muss sich erst noch zeigen.

Maurus Frey spricht im Interview mit unserer Redaktion von einer «absoluten Überraschung». Er hätte zwar davon geträumt, aber dass es dann tatsächlich reichen würde und dann noch als Einziger, hätte er sicher nicht gedacht. Angesprochen auf die Möglichkeit einer linken Regierung in Kriens, relativiert Frey. Es gehe ihm nicht um einen Kampf zwischen Links und Rechts, sondern es gehe darum Kriens zu «gestalten». Er möchte Kriens «weiterentwickeln» und nicht einfach «verwalten». Kriens habe viel zu bieten und dafür setze er sich sein.

Kein Stadtpräsident

Matthias Senn hat hingegen bei der Wahl zum Stadtpräsidenten mit 2'442 am meisten Stimmen geholt. Das absolute Mehr von 3'229 verpasste jedoch auch er deutlich. Auf den weiteren Plätzen folgen Maurus Frey mit 2'091 Stimmen und Cla Büchi mit 1'394.

Für Cla Büchi von der SP ist klar, dass er zugunsten eines linken Stadtpräsidiums auf einen zweiten Wahlgang verzichten wird. Büchi erhielt im ersten Wahlgang deutlich weniger Stimmen als der Grüne Maurus Frey. Büchi betont jedoch, dass diese Entscheidung nicht alleine in seiner Verantwortung liege, sondern von der Partei beschlossen werden müsse. Diese wird wahrscheinlich bereits morgen über das weitere Vorgehen bestimmen. Wie es bei der Wahl um den Stadtrat weitergehe, könne er im Moment noch gar nicht sagen. Dort hatte Büchi etwas überraschend mehr Stimmen erhalten als seine Parteikollegin und Bisherige Judith Luthiger.

Maurus Frey möchte sich zu einer alleinigen linken Kandidatur noch nicht festlegen, sagt jedoch einordnend: «Die Zahlen sprechen für sich.» Sprich die Stimmen von Maurus Frey und Cla Büchi zusammengenommen, reichen um Matthias Senn zu schlagen und in Kriens weiterhin einen Grünen-Stadtpräsidenten zu haben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die SP mit Cla Büchi zurückziehen und die Grüne Kandidatur unterstützen.

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Quelle: Tele1

Grüne, SVP und FDP mit 6 Sitzen

Gleich drei Parteien stellen in der nächsten Legislatur sechs Parlamentarier im Krienser Parlament. Grüne, SVP und FDP holten sich zusammen 18 der 30 Sitze. Die restlichen Sitze teilen sich auf die Parteien wie folgt auf: SP (5), GLP (2), CVP (4) und JCVP (1).

Sitze verloren haben die CVP (-2) und die SVP (-1). Gewonnen wurden diese Sitze von den Grünen (+2) sowie der GLP (+1).

Vier Bisherige haben die Wiederwahl nicht geschafft: Peter Portmann (SVP), Kurt Gisler und Bruno Purtschert (CVP) und Daniel Rösch (FDP) werden wahrscheinlich nicht mehr vertreten sein. Wahrscheinlich deshalb, weil es durch den zweiten Wahlgang um die Regierung noch zu Verschiebungen kommen könnte, wenn Personen auf den Ersatzplätzen liegen.

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Quelle: Tele 1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. März 2020 14:06
aktualisiert: 30. März 2020 22:28