Neuer Bushof

«Habe den Bus verpasst»: Baustelle in Sursee sorgt für Verwirrung

· Online seit 11.12.2023, 17:03 Uhr
Der neue ÖV-Fahrplan ist am Montag zum ersten Mal im Pendlerverkehr zur Anwendung gekommen. Vor allem in Sursee sah man etliche verdutzte Gesichter. Wegen der Bauarbeiten für den neuen Bushof mussten Bushaltestellen versetzt werden, was für Verwirrung und verpasste Busse sorgte.
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Bereits im September haben die ersten Arbeiten für den neuen Bushof beim Bahnhof Sursee begonnen. Doch erst mit der nun gestarteten zweiten Phase macht sich der Umbau so richtig bemerkbar. Ein Jahr lang dauert diese, ab 2025 soll der Verkehr über den neuen Bushof abgewickelt werden.

Verwirrte Gesichter im Dauerregen

Da, wo die Bushaltestellen mal waren, wird also bald gebaut. Die Busse warten deshalb seit dieser Woche etwas weiter nördlich. Dennoch standen am Montagmorgen einige Pendelnde am falschen Ort – und damit sprichwörtlich im Regen.

«Ich war nicht darauf vorbereitet. Es stand nichts online. Und hier stand auch nichts», beschwert sich ein Pendler aus Reiden gegenüber PilatusToday und Tele 1. Auch andere Personen, die am frühen Montagmorgen am Bahnhof Sursee anzutreffen waren, wurden durch die versetzten Bushaltestellen überrascht.

Der «intensiven Kommunikation» zum Trotz

Das «nichts» stand, sieht Marcel Troxler etwas anders. Der Projektleiter des Bushofprojekts der Stadt Sursee ist dennoch nicht überrascht über Passagiere, die am falschen Ort warteten, und verpasste Busse: «Wir kennen das. Man kann trotz intensiver Information über sämtliche Kanäle nicht immer davon ausgehen, dass sich die Leute orientieren und wissen, wo sie am Morgen hinmüssen.» Darum müsse man die Leute zu Beginn führen.

Dazu sei ein Verkehrsdienst im Einsatz. Erfahrungsgemäss dauere es knapp zwei Wochen, bis sich die Fahrgäste an die Veränderungen gewöhnt haben. «Es ändert sich danach ja grundsätzlich ein Jahr lang nichts mehr.» Nur der Korridor, der Personen durch die Baustelle führen werde, könne sich ab und zu ändern. Dies aber auch nicht alle 14 Tage, meint Troxler. Die grösste Verwirrungsphase dürfte also schon bald durch sein.

Es scheint allerdings, dass der Zeitpunkt für Pendlerinnen und Pendler doch etwas unglücklich ist für diese Änderungen. Denn nicht nur die Bushaltestellen befinden sich seit dieser Woche an einem anderen Ort. Seit Sonntag gilt der neue Fahrplan. Auf Verspätungen von Einzelpersonen könnten Busfahrerinnen aber trotzdem keine Rücksicht nehmen. «Der Fahrplan muss eingehalten werden», sagt Marcel Troxler. Schliesslich gäbe es auch Anschlussverbindungen, die erwischt werden müssen.

Es sind wohl einige zu spät zur Arbeit erschienen

Doch nicht nur bei den ÖV-Pendelnden müssen Gewohnheiten geändert werden. Fahrverbote und andere neue Signalisationen betreffen auch den Strassenverkehr. «Das ist aktuell die grösste Herausforderung», sagt der Projektleiter der Stadt Sursee. Viele erkennen die neuen Signalisationen nicht oder können sie nicht lesen, «weil sie jetzt 50 Jahre lang da durchgefahren sind und immer noch den Anspruch haben, da durchzufahren».

Es gibt also einiges zu tun für die Verkehrslotsen, die momentan den Menschen am Bahnhof Sursee helfen und falschfahrende Autofahrerinnen und Velofahrer zurechtweisen – zumindest bis die Signalisation für den Job ausreicht. Ob das mit der aktuellen Beschilderung klappt, wird sich zeigen.

Einige befragte ÖV-Nutzende waren damit auf jeden Fall schon jetzt zufrieden. Andere, beispielsweise diejenigen, die am Montagmorgen am alten Standort der Bushaltestelle gewartet haben, dürften ihre Zweifel daran haben. So wohl auch der eingangs erwähnten jungen Mann aus Reiden: «Ich habe den ersten Bus verpasst. Ich hoffe, dass ich den zweiten jetzt erwische, damit ich rechtzeitig zur Arbeit komme.»

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veröffentlicht: 11. Dezember 2023 17:03
aktualisiert: 11. Dezember 2023 17:03
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch