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Verunreinigtes Wasser?

Häufung von Magendarmerkrankungen im Kanton Luzern

22. Juli 2021, 16:16 Uhr
Dem Kanton Luzern wurden innert kurzer Zeit unüblich viele Magendarmerkrankungen gemeldet. Nun werden die Ursachen abgeklärt. Dies sei wie eine «Suche nach der Nadel im Heuhaufen», erklärt Kantonschemiker Silvio Arpagaus.
Im Kanton Luzern wurden auffällig viele Magendarmerkrankungen gemeldet.
© GettyImages

Möglich seien verunreinigtes Trinkwasser oder der Kontakt mit kontaminiertem Wasser beispielsweise beim Reinigen von vollgelaufenen Kellern, welche die Infektionen ausgelöst haben könnten. «Es ist natürlich auch gut möglich, dass in einer Region ein Produkt verkauft wurde, dass die Leute konsumiert haben und erkrankt sind», erklärt Arpagaus gegenüber PilatusToday und Tele 1. Momentan gäbe es aber keine Hinweise dafür. 

Schwierige Suche nach der Ursache

Zwei unterschiedliche Fälle mit je rund 10 erkrankten Personen seien dem Kanton Luzern gemeldet worden. «Die gemeldeten Fälle sind alles Leute, die einen Arzt aufgesucht haben», sagt Arpagaus. Die Magendarmerkrankungen seien zum Teil sehr stark gewesen. «Die Leute waren sehr schwach und mussten teilweise mit Antibiotika therapiert werden.» 

Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle kläre die Fälle und Ursachen nun ab. «Es liegen noch keine Befunde vor», stellt der Kantonschemiker klar, für endgültige Schlüsse sei es noch zu früh. Die Experten des Kantons Luzern hätten viel Erfahrung mit epidemiologischen Abklärungen. Diese seien schwierig, so Arpagaus: «Häufig ist es nicht möglich zu sagen, was eindeutig die Ursache ist.» Wichtig sei es, die Wasserversorgungen und Bürger zu sensibilisieren. 

Diese Gemeinden müssen Wasser abkochen

Vor allem im Raum Pfaffnau und Sempachersee hätten sich die Erkrankungen gehäuft, teilte der Kanton Luzern am Donnerstag mit. Die zuständigen Wasserversorgungen haben gemäss Arpagaus den Auftrag erhalten, mit Laborproben sicherzustellen, dass das Wasser in Ordnung ist. 

In den Gemeinden Pfaffnau, Sulz bei Hitzkirch und in Reussboden bei Inwil muss das Wasser gegenwärtig infolge bakteriologischer Verunreinigung vor Verwendung abgekocht werden. Der Kanton Luzern ruft deshalb die Bevölkerung dazu auf, die Hygienemassnahmen zu befolgen.

Besonders in Pfaffnau haben die starken Regenfälle in der vergangenen Woche das Trinkwasser verschmutzt. Seither müssen die Bewohner der Luzerner Gemeinde das Wasser vor dem Gebrauch ohnehin bereits abkochen (PilatusToday berichtete).

Was muss ich beim Abkochen beachten?

Wenn das Trinkwasser bakteriell verunreinigt ist, muss dieses kurz aufgekocht werden und sollte kräftig sprudeln. Damit werden allfällige Krankheitserreger abgetötet. Abkochen ist insbesondere für folgende Tätigkeiten notwendig:

  • Trinken, Getränkezubereitung (z.B. Eiswürfel, Sirup)
  • Zur Nahrungszubereitung
  • Zähne putzen
  • Medizinische Zwecke (Wundreinigung, Nasenspülen usw.)
  • Geschirrabwasch von Hand
  • Kaffee, Teezubereitung mit Haushaltsgeräten
  • Waschen von Obst, Gemüse, Salat oder weiteren Lebensmittel
  • Trinkwasser für empfindliche Haustiere

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. Juli 2021 15:25
aktualisiert: 22. Juli 2021 16:16