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Luzern

Hausärzte wegen Corona-Tests am Anschlag

Mario Trlaja, 20. Oktober 2020, 20:38 Uhr
Ein Arzt führt einen Corona-Test durch. (Symbolbild)
© Keystone/dpa/Markus Scholz
Weil sich immer mehr Leute auf das Coronavirus testen lassen und sich dafür bei ihren Hausärzten melden, versinken diese in immer mehr Arbeit. Der Kanton Luzern rüstet dazu die Kapazitäten auf.

Wer morgens mit einem Kratzen im Hals, Husten oder Kopfschmerzen aufwacht, überlegt sich drei Mal, ob er zur Arbeit erscheint. Die Corona-Zahlen steigen massiv an und man möchte weder die Kollegen anstecken, noch die ganze Firma lahmlegen. Für verantwortungsvolle Bürger heisst es im Zweifelsfall: Ein Corona-Test muss her. Doch ganz so einfach ist dies nicht.

Viele wählen die vertraute Nummer des Hausarztes oder der Hausärztin. Bis man jedoch am Anrufbeantworter vorbeikommt, kann viel Zeit vergehen. Denn die Hausärzte sind derzeit mit vielen Testanfragen überfordert. «Zwei meiner drei medizinischen Praxisangestellten leisten zurzeit reinen Telefondienst», sagt Dr. Beat Thoet, Co-Präsident der Vereinigung Luzerner Hausärzte VLuHa. Dabei hätten 95 Prozent der Anrufer keine typischen Symptome, sondern höchstens gewöhnliche Erkältungserscheinungen oder es handle sich um Ferienrückkehrer.

700 Corona-Tests pro Tag in Luzern

Für diese Menschen sei ein Corona-Test eine reine Vorsichtsmassnahme für sich oder für die Arbeitgeber, so der Luzerner Hausärzte-Präsident. Deshalb werden sie in den meisten Hausarztpraxen nicht getestet. «Uns fehlt schlicht die Kapazität», so Dr. Thoet. Er verweise diese Personen jeweils an das Luzerner Kantonsspital. Doch auch dort wird die hohe Anzahl an Testanfragen zur Herausforderung. Es könne vorkommen, dass man ein bis zwei Tage auf einen Termin warte, so Beat Thoe: «Zaubern kann eben niemand.»

Im Kanton Luzern hat sich die Anzahl Tests in den letzten Wochen deutlich erhöht. «Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden täglich rund 700 Tests gemacht. In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 470 Tests pro Tag», heisst es dazu auf Anfrage beim Gesundheitsdepartement. Um für einen weiteren Anstieg gerüstet zu sein, ist seit Montag das «Drive-in-Testcenter» auf der Luzerner Allmend wieder in Betrieb, wo bereits im Frühling getestet wurde.

Drive-in-Testcenter wieder im Einsatz 

Hier werden derzeit von 15 bis 19 Uhr Personen getestet, die von einer Ärztin oder einem Arzt überwiesen wurden. Am Starttag habe man noch mit halber Kapazität - 40 Tests - gearbeitet. Dies, um allfällige Schwierigkeiten schneller beheben zu können, heisst es auf Anfrage von PilatusToday und Tele1 aus dem Gesundheitsdepartement. Seither habe man die Kapazität auf 80 Tests pro Tag hochgefahren und könne diese bei Bedarf erweitern.

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Quelle: tele1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. Oktober 2020 18:32
aktualisiert: 20. Oktober 2020 20:38