Ist der Kunde immer König?

Heimschicken oder Maske tragen: So gehen Coiffeure mit verschnupften Kunden um

8. April 2022, 14:29 Uhr
Seit Anfangs April ist die Maske im ÖV weg. Das bereitet nicht allen Freude. Im Coiffeursalon oder Kosmetikstudio muss schon länger keine Maske mehr getragen werden. Wie geht man in dieser Branche mit kränkelnden Kunden um? Unsere Umfrage zeigt: Die Kunden sind in dieser Frage nicht immer Könige.
Coiffeure passen sich den Maskenwunsch der Kundschaft an.
© Getty Images / PilatusToday
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Die Maske ist weg. Ob im Geschäft, im Ausgang oder im Zug – es sind wieder Gesichter zu sehen. Die einen lächelnd, verschlafen oder nachdenklich, andere hingegen mit roter Nase – sie sind verschnupft. Auf Twitter sorgt dies für einige Aufregung.

Ist der Kunde immer König?

Die Maske gehörte auch beim Coiffeur oder im Kosmetikstudio lange zum Alltag. Wie geht man in diesen Berufsgruppen mit hustenden und schniefenden Personen um? «Wenn sich eine Mitarbeitende wünscht, dass ein Kunde eine Maske trägt, unterstützen wir sie», erklärt Michel Fuchs vom «Fuchs Hairteam». Zu Problemen habe dies bisher noch nie geführt.

Rund 90 Prozent der Mitarbeitenden würden bei der Arbeit auf das Tragen der Maske verzichten. «Kommt ein Kunde mit einer Maske ins Geschäft, wird er auch mit Maske bedient.» Ebenso, wenn eine Mitarbeitende Erkältungssymptome hat. «Wenn sie typische Coronasymptome hat, wird ein Test gemacht.»

Corona-Pandemie schärfte Bewusstsein

«Die meisten Kunden kommen ohne Maske zu uns», sagt Viviane vom «Babor Beauty Spa Zug». Traurig ist sie darüber nicht. «Es ist schon schöner, wieder ohne Maske arbeiten zu können.» Auch in Zug geht man auf allfällige Wünsche der Kunden bezüglich des Tragens der Maske ein.

«Bei einer Gesichtsbehandlung ist es für die Kundin schwierig, eine Maske zu tragen», so die gelernte Kosmetikerin. Falls man merke, dass die Kundin nicht fit sei, würde sie eine Maske tragen. «Wir haben im Geschäft abgemacht, dass wir in gewissen Fällen die Kunden heimschicken.» So weit sei es jedoch noch nie gekommen. Man spüre, dass die Pandemie zu einem anderen Umgang mit Krankheitssymptomen führte. «Unseren Kunden ist bewusst, dass wir nahe am Menschen arbeiten.» Sie würden Termine öfters absagen, wenn sie merken, dass sie krank oder erkältet sind.

Maske bleibt griffbereit

Im Coiffeursalon «Hauptsache» kämpft man noch immer mit dem Virus. «Wir haben auch in den Wochen nach dem Ende der Maskenpflicht weiter eine getragen», so Stefan Schlosser. Es habe einige Ansteckungen im Team gegeben. Zu den Ansteckungen sei es jedoch im privaten Rahmen gekommen und nicht auf der Arbeit. Mittlerweile verzichte man auf die Maske. In Griffnähe sei sie jedoch auch jetzt noch. «Bei älteren Personen setzen wir uns die Maske von selbst auf.»

Probleme mit kranken Kunden habe man auch in Luzern nicht. «Es kommt niemand mit Krankheitssymptomen in den Laden», sagt Schlosser. Falls doch, würde er mit dieser Person das Gespräch suchen. Der Kunde ist also zumindest in der Maskenfrage nicht immer König.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. April 2022 14:07
aktualisiert: 8. April 2022 14:29