Auktion während Corona

Hier kamen trendige Trennwände unter dem virtuellen Auktionshammer

Martina Odermatt, 15. August 2020, 17:25 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Weil es Künstler während Corona nicht einfach haben, hat die Firma Recycle Wall eine Auktion lanciert. Künstler sollen Trennwände gestalten, die dann online feilgeboten werden. Ein Werk ging für über 4'000 Franken über die virtuelle Ladentheke.

Nach dem Lockdown waren sie heiss begehrt: Trennwände. Restaurants und Bars konnten nur unter der Bedingung wieder öffnen, dass Gäste genug Abstand zueinander hatten oder durch Trennwände separiert wurden.

Am Freitagabend kamen solche Trennwände unter den virtuellen Auktionshammer. Um die Künstler zu unterstützen, die in dieser Zeit weniger Aufträge erhalten, hat sich die Firma Recycle Wall etwas Besonderes einfallen lassen: Künstler sollen die sonst eher langweiligen weissen Trennwände gestalten. Die Werke werden dann versteigert. 21 Personen haben beim Projekt mitgemacht.

Bei der Online-Auktion können mehr Leute mitbieten

Dass diese Auktion etwas anders abläuft als gewohnt, darüber ist Walter Küpfer von Recycle Wall mittlerweile froh. Als die Begrenzung des Kantons Luzern auf 100 Personen kam, habe man sich überlegt, wie man den Anlass durchführen könne und sich dann für die Online-Auktion entschieden. «Mit den Künstlern und dem Staff wären wir bereits um die 50 Personen gewesen. Indem die Auktion online stattfindet, können mehr Leute mitbieten und das ist für die Bieter wie auch die Künstler besser.»

Einer dieser Künstler ist Sven Stalder. Der 29-jährige Graffiti-Künstler aus Sursee musste aufgrund der Pandemie früher als geplant von einer Weltreise zurückkehren. Das sei für ihn nicht nur schlecht gewesen, sagt er. «Als ausgebildeter Lehrer habe ich nicht sofort eine Arbeit gefunden. Also habe ich mich aufs Sprayen konzentriert. Ich hatte keine Lust, nur auf der faulen Haut zu liegen.»

Stalder hat in seine Online-Präsenz investiert, wieder mehr gemalt. Und dann kam da das Projekt Recycle Wall, das für ihre Aktion Künstler gesucht hat. «Finanziell ist es nicht das Gleiche, wie wenn ich als Lehrer arbeiten würde. Aber man muss die Gelegenheiten nutzen, die sich einem bieten.» Und: Durch die Aktion habe er auch weitere Aufträge erhalten.

Werke wechseln Besitzer im 10-Minuten-Takt

Der finanzielle Aspekt ist für Stalder jedoch nicht ausschlaggebend: «Es ist sicher schön, wenn es ein paar Batzen gibt, doch Geld steht für mich nicht im Vordergrund.» Wenn er zwischen 400 und 500 Franken für die Trennwand bekomme, sei er zufrieden.

Am Freitagabend hat die Versteigerung der Kunststücke dann im Hotel Schweizerhof in Luzern stattgefunden. Ohne grosses Brimborium wechselten die Kunststücke im 10-Minuten-Takt ihren Besitzer. Um sieben Uhr die sichtliche Erleichterung bei Sven Stalder. 620 Franken hat jemand für seine Trennwand geboten. «Ich bin mehr als zufrieden», sagt er.

Mehr als zufrieden sind auch die Veranstalter. «Die Leute haben Freude, die Künstler haben Freude, wir haben Freude», sagt Walter Küpfer von Recycle Wall. Sein Highlight: «Das ist ganz klar unser Ausreisser nach oben, die Trennwand von Celina Inderbinen. Hier kamen über 4'000 Franken zusammen.»


Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. August 2020 17:19
aktualisiert: 15. August 2020 17:25