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Luzern

Hochwasserschutz hat sich bewährt – doch es gibt Luft nach oben

21. Juli 2021, 13:45 Uhr
434.94 Meter ist die Höchstmarke, die der Vierwaldstättersee infolge des Hochwassers erreicht hat. Grössere Schäden wie beim Jahrhundertereignis im August 2005 blieben bis jetzt zum Glück aus. Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass die umgesetzten Massnahmen Wirkung zeigen. Allerdings gibt es noch einiges zu tun.
Die Hochwasserschutzmassnahmen im Kanton Luzern, die seit 2005 umgesetzt wurden, haben sich bewährt.
© KEYSTONE/Urs Flueeler

Der Sommer war bis jetzt sehr nass. Ob im Juni bei den Unwettern oder nun im Juli: Der Vierwaldstättersee, die Reuss und die Kleine Emme erreichten in der letzten Woche hohe bis sehr hohe Pegelstände. Das Hochwasserereignis erinnert stark an dasjenige von 2005, ist aber punkto Abflussmengen in der Kleinen Emme und in der Reuss nicht mit jenem Jahrhundertereignis zu vergleichen, wie der Kanton Luzern in einer Mitteilung schreibt.

Er zieht eine erste Zwischenbilanz der diesjährigen Ereignisse: Die Hochwasserschutzmassnahmen, die seit 2005 im Kanton Luzern umgesetzt wurden, haben sich bewährt und den Kanton vor grösseren Schäden bewahrt (PilatusToday berichtete). Wie die Gefahrenkarten zeigen, ist das Hochwasserrisiko im Kanton Luzern jedoch nach wie vor hoch und es gibt noch viele wichtige Projekte umzusetzen.

Welche Investitionen bereits gemacht wurden

2011 wurde das Reusswehr für rund 23 Millionen Franken saniert und für die Zukunft fit gemacht. Bei der Kleinen Emme wurden verschiedene Hochwasserschutzmassnahmen realisiert – insgesamt wurden bis heute rund 72 Millionen Franken entlang der Kleinen Emme verbaut. Auch kleine Flüsse und Bäche bergen ebenfalls ein grosses Schadenpotenzial bei Unwettern. So wurde etwa beim Götzentalbach in Dierikon der Abschnitt Dörfli offengelegt und ausgebaut sowie verschiedene Hochwasserrückhaltebecken beispielsweise in Buttisholz und Menznau realisiert.

Diese Projekte sind in der Pipeline

Der Kanton wird gemäss dem Massnahmenprogramm 2020 bis 2024 zum Schutz vor Naturgefahren in den kommenden Jahren durchschnittlich 50 Millionen Franken pro Jahr in den Hochwasserschutz investieren. Insbesondere treibt der Kanton das noch ausstehende Hochwasser- und Renaturierungsprojekt Reuss voran, welches die Bevölkerung und die Unternehmen im Reusstal schützen soll und rund 200 Millionen Franken kosten wird. Die Dämme an der Reuss sind ungefähr 150 Jahre alt und deren Stabilität etwa bei einer Überströmung nicht mehr gewährleistet. Ein Dammbruch könne so nicht ausgeschlossen werden. «Das Schadenpotenzial in diesem dicht besiedelten Wohn- und Wirtschaftsstandort ist nach wie vor enorm hoch», sagt Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, und fügt hinzu: «Um die Bevölkerung, die Infrastruktur und die Wirtschaft zu schützen, müssen wir weiterhin in diese Richtung investieren. Es gibt in Sachen Hochwasserschutz noch einiges zu tun.»

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Juli 2021 10:01
aktualisiert: 21. Juli 2021 13:45